Neustadt Malu Dreyer fliegen die Herzen zu

Alles rot: Isabel Mackensen (links) am Dienstagabend im Gespräch mit Malu Dreyer.
Alles rot: Isabel Mackensen (links) am Dienstagabend im Gespräch mit Malu Dreyer.

Früher hat sie dort Tischtennis gespielt, jetzt war sie da, um ihre Parteifreunde Isabel Mackensen und Pascal Bender im Wahlkampf zu unterstützen und um Stimmen für die SPD bei der Bundestagswahl zu gewinnen: Beim Gastspiel in ihrem früheren Heimatort Lachen-Speyerdorf durfte sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Dienstagabend über einen herzlichen Empfang freuen.

Zunächst gehörte die Bühne aber der „Gastgeberin“: Offiziell war es eine Wahlkampfveranstaltung von Isabel Mackensen, somit oblag es der SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Neustadt-Speyer, die zahlreichen Gäste zu begrüßen. Das machte die 31-Jährige sehr charmant – und teilweise auf Pfälzisch. Das passt zu ihrem Wahlmotto: „Die Pfalz im Herzen, die Menschen im Blick.“ Auch bei der Kurzvorstellung ihrer politischen Positionen rutschte die in Niederkirchen aufgewachsene Sozialdemokratin immer mal wieder für Halbsätze ins Pfälzische ab – was nicht plump, sondern sympathisch wirkte. Beispiel: Nachdem sie auf Hochdeutsch dargelegt hatte, was sie unter Gerechtigkeit in der Gesellschaft versteht und wie sie sich ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete in Berlin vorstellt, meinte sie trocken: „Is ganz schee warm do im Scheinwerferlicht.“ Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September und die nicht gerade überragenden Umfragewerte für die SPD gab sich Mackensen kämpferisch: „Wir können die Bundestagswahl und vor allem auch den Wahlkreis gewinnen!“ Auch auf die Oberbürgermeisterwahl in Neustadt ging die designierte Abgeordnete ein. Die Neustadter Innenstadt sei „ein Traum“, das würde man allerdings nicht vermuten, wenn man von außen oder vom Bahnhof komme. Auch deshalb brauche die Stadt einen Neustart, und dafür sei Pascal Bender der richtige Mann. Der bedankte sich ganz herzlich, lieferte ebenfalls einen Kurzabriss seiner politischen Ziele und erntete ebenso wie Mackensen reichlich Applaus. Der Beifall für die beiden Kandidaten war allerdings nichts im Vergleich zur Begeisterung im Saal, als anschließend Malu Dreyer die Bühne betrat: Alle standen auf und klatschten rhythmisch und lange in die Hände, es glich dem Einmarsch eines erfolgreichen Sportidols. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin betonte, wie gerne sie auch diesmal wieder in das Dorf zurückgekehrt sei, in dem sie einst aufwuchs – und die Herzen der Gäste flogen ihr nur so zu. Mit hochkonzentriertem Blick erläuterte sie Eckpunkte des SPD-Wahlprogramms, und erntete auch dabei jede Menge Applaus. Nach den Einzelbeiträgen kamen Dreyer, Mackensen und Bender gemeinsam aufs Podium, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Wer die Farbe Rot nicht mag, hatte schlechte Karten: Mackensen im knallroten Kleid, Dreyer im knallroten Hosenanzug, und das alles vor einer knallroten SPD-Wand – für einen farblichen Kontrast sorgte nur OB-Kandidat Bender im dunklen Anzug mit weißem Hemd. Aber es ging ja nicht um die Farben, sondern um Antworten, und um diese waren die drei SPD-Recken nicht verlegen. Einig waren sich alle, dass es nach der Bundestagswahl nicht wieder zu einer Großen Koalition kommen sollte: „Ich habe damals schon dagegen gestimmt, und diesmal würde das wohl die Mehrheit tun“, sagte Mackensen.

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