Neustadt
Maikammer: „Haus Lotter“ wird saniert
Maikammer: Eines der ältesten Häuser Maikammers soll demnächst saniert werden: Das „Haus Lotter“ in der Marktstraße 5. Die Sanierung ist ein Baustein in einem umfassenderen Konzept zur Aufwertung des gesamten Altstadtkerns.
Der älteste Teil des Renaissancegebäudes in der Marktstraße 5 stammt aus der Zeit um 1600. Ein Metzger namens Johannes Rösser soll der Erbauer gewesen sein, hat der Club Sellemols herausgefunden. Künftig soll das Gebäude zur zentralen Anlaufstelle für Touristen in Maikammer werden. Auch eine Kombination aus Café und Laden mit regionalen Produkten soll in dem Gebäude untergebracht werden. Außerdem in der Planung: sechs Eigentumswohnungen. Die Gemeinde Maikammer kooperiert bei der Sanierung deshalb mit dem Planer Rolf Fuhrmann aus Winnenden. Er wird einen Teil des Gebäudes kaufen, sanieren und als einzelne Wohnungen wieder verkaufen.
Fuhrmann und der Maikammerer Bürgermeister Karl Schäfer warten derzeit nur noch auf den Förderbescheid aus Mainz. „Vorher können wir nichts machen“, sagt Schäfer. 1,1 Millionen Euro soll die Sanierung des Anteils der Gemeinde kosten, ein großer Teil davon soll aus Mainz kommen. In der Summe inbegriffen sind die Baukosten, aber auch die Umsetzung eines Digitalisierungskonzeptes. So sollen in Zusammenarbeit mit dem Club Sellemols Kapitel der Ortsgeschichte digital präsentiert werden. Beispielsweise die Geschichte des Klappmessers. Das gesamte Tourismusbüro und seine Angebote soll auch für Menschen nutzbar sein, die geh- oder seheingeschränkt sind, betont Schäfer. Deshalb hofft die Gemeinde auf einen Landeszuschuss in Höhe von bis zu 85 Prozent.
Für alle geplanten Wohnungen schon Reservierungen
Mit der Planung für das Objekt wurde bereits vor einigen Jahren begonnen. 2010 hat die Gemeinde das Haus, das nach einem früheren Besitzer „Haus Lotter“ genannt wird und zuletzt leer stand, gekauft und einen privaten Kooperationspartner gesucht. Im Februar 2017 fiel die Entscheidung für das Konzept des Architekturbüros Fuhrmann aus Winnenden. Fuhrmann ist von dem Gebäude und von dem Standort begeistert. Für alle sechs Wohnungen, die in dem denkmalgeschützten Haus entstehen sollen, gebe es bereits Reservierungen. „Maikammer ist sehr beliebt“, sagt Fuhrmann.
Aus Sicht der Gemeinde ist die Sanierung des Hauses ein Baustein in einem umfassenderen Konzept zur Aufwertung der Altstadt. Dazu gehört der Umbau des Marktplatzes, dessen Pläne bereits mehrfach vorgestellt wurden, sowie die Aufwertung der Marktstraße. Diese soll, zunächst testweise für ein Jahr lang, zur Einbahnstraße in West-Ost-Richtung werden.
Auf der Weinstraße wird die Geschwindigkeit ab der Einmündung der Hartmannstraße bis zur Einmündung Immengartenstraße auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt. Nachdem der Landesbetrieb Mobilität seine Zustimmung dafür gegeben hat, sollen die Schilder noch in den Ferien aufgestellt werden, kündigte Schäfer an. „Das ist sozusagen unsere Fußgängerzone.“