Kommentar
Mahnwache: Flagge zeigen mit Verzug
Eher spät macht sich Neustadt auf den Weg, um für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen. Während bundesweit am Wochenende und auch in den Tagen zuvor Menschen dagegen mobil machten, dass der Begriff Remigration von der neuen Rechten menschenverachtend gebraucht wird, ist es nun auch in Neustadt soweit. Dabei wurde der Zeitpunkt für eine Mahnwache geschickt gewählt: kurz vor der Gedenkfeier für NS-Opfer in der Stiftskirche. Doch brauchen die Neustadter hoffentlich keinen zusätzlichen Anreiz, um für die Demokratie auf die Straße zu gehen.
RHEINPFALZ-Leser haben gefragt, warum es keine Demo gegen Rechts in Neustadt gibt. Viele verlassen sich offensichtlich darauf, dass andere so etwas organisieren. Zumindest aber haben sie Interesse daran. Gut ist auch, dass hinter der Mahnwache der ganze Stadtrat steht. Das hätte man sich schon früher gewünscht. Zum Beispiel, als Max Otte 2018 auf dem Schloss tagte, bis Ende 2022 Chef der „Werteunion“ und AfD-Kandidat bei der Bundespräsidenten-Wahl.
