Neustadt Mahnende Skulpturen

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100 Jahre ist es her, dass der Erste Weltkrieg gewütet hat. 70 Jahre sind vergangen, seit der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen ist. Millionen von Soldaten sind während der beiden Weltenfeuer gefallen oder als vermisst gemeldet worden. Den Opfern wird am morgigen Volkstrauertag bei Kranzniederlegungen an Ehrenmalen auf Friedhöfen und Plätzen gedacht.

Die Ehrenmale sind zugleich Mahnmale gegen Krieg und Terror und drücken Hoffnung auf Frieden aus. Häufig handelt es sich um kunstvoll gearbeitete Kreuze, andernorts stehen Skulpturen oder Plastiken in den Ortsgemeinden. So auch in Gemeinden der Verbandsgemeinden Deidesheim, Lambrecht und Maikammer. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind künstlerischer Ausdruck der jeweiligen Zeit, in der sie geschaffen wurden. In Niederkirchen steht ein steinerner Soldat aus den 1930er Jahren an Hauptstraße zur Hintergasse. „In liebevoller Dankbarkeit“ wird auf einer Tafel der 63 Opfer des Ersten Weltkriegs und der 93 Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs gedacht. Bei seinem Anblick fällt einem das „Wolgalied“ aus der Operette der „Der Zarewitsch“ ein. Der Künstler der berührenden Figur ist unbekannt. Auch in Deidesheim an der Bahnhofstraße zur Schlossstraße steht ein Kriegerdenkmal. Aus einem Sandsteinpfeiler, gekrönt mit einem Bronzekreuz, ist das Relief eines nackten Kriegers mit Schwert herausgearbeitet, der auf einem Löwen steht. Auf einem Band wird mit der Inschrift „Die Heimat der Kriegstoten 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945“ an die Opfer erinnert. Geschaffen hat das monumentale Ehrenmal der Speyerer Künstler Ludwig Kern um 1930. Das Relief „Apokalyptische Reiter“ auf dem Platz bei der katholischen Kirche St. Simon und Damian in Maikammer ist ein Mahnmal der besonderen Art. Es zeigt vier Reiter, die symbolisch gegen Krieg, Tod und Hunger, Furcht, Krankheit und Niedergang kämpfen und Boten der nahenden Apokalypse, des jüngsten Gerichts, sind. Die Figurengruppe aus Bronze und Aluminium hat der Stuttgarter Künstler Gustav Nonnenmacher 1960 für die Kommune hergestellt. Darunter sind die Grauen des Krieges buchstäblich in eine Tafel eingestanzt. Nach seinem Einsatz als Pilot an Kriegsschauplätzen im Zweiten Weltkrieg war es Nonnenmacher ein Anliegen, die deutsche Tradition des Heldengedenkens mit Mahnmalen für den Frieden zu überwinden. Trauer müsste der Ehrenfriedhof im Lambrechter Friedhofs tragen. Nicht nur die Aussegnungshalle ist renovierungsbedürftig (wir berichteten), auch der Ehrenfriedhof aus dem Jahr 1960 zeigt Spuren des Verfalls. Die Namen der gefallenen Soldaten an den Kreuzen und Ehrengrabmalen sind unleserlich, Steine, Wände und die Mutterfigur, die der Bildhauer Otto Rumpf geschaffen hat, sind voller Flecken. Ein weithin sichtbares Ehrenmal steht hingegen hoch über Weidenthal auf dem sogenannten Köpfel. Die tempelartige Anlage hat der Kaiserslauterer Bildhauer Richard Menges geschaffen. |awk

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