Neustadt
Müllproblem: Besorgter Radfahrer mahnt Kollegen auf der Kalmit
Über „Eine Abfuhr für Radsportler“ haben wir am Rande der Bande 2015 geschrieben. Denn besagte Sportler haben seinerzeit ihren Müll einfach auf der Kalmit, dem höchsten Berg im Pfälzerwald, zurückgelassen. Dort an der Kalmithöhenstraße, wo man zur Kalmit beziehungsweise zum Parkplatz unterhalb des Kalmitgipfels abzweigt, hatte sich jede Menge Abfall angehäuft, der eindeutig rücksichtslosen Radfahrern zuzuordnen war: leere Verpackungen von energiereichen Riegeln, kalorienreichen Gels sowie von Dosen, die einst mit Kraft bringender Flüssigkeit gefüllt waren.
Inzwischen ist der Müllhaufen dort zwar kleiner geworden, aber immer noch nicht komplett verschwunden. Einen besorgten, „sich fremdschämenden Radler“ ist dies Anlass genug, seinem Ärger Luft zu machen mit einer Nachricht für alle Radsportler dort oben in 600 Metern Höhe, aufgeklebt auf einen Streugutbehälter.
Klare Worte an die Kollegen
„Haben Sie es schon gemerkt? Sie befinden sich im Wald. Nicht in einer Mülldeponie!“, teilt er schriftlich seinen Sportkollegen mit. „Wir haben nur einen Heimatplaneten“, macht er deutlich, wie wichtig Umweltschutz ist und damit jeden betrifft. Das letzte Wort der Menschheit solle auf keinen Fall Müll oder Plastik lauten.
Seinen klaren Worten, seiner Abfuhr für radelnde Müll-in-den Wald-Bringer ist nichts hinzuzufügen. Und wer glaubt, dass dort in der Natur, wo Sportler offensichtlich gerne eine Verschnaufpause einlegen, Abfalleimer aufgestellt sein müssten, der ist ebenfalls auf dem falschen Weg. Denn schon 2015 hatte Maikammers Bürgermeister Karl Schäfer erzählt, „dass dann die Wildschweine kommen“. Und die können wie die Radsportler ebenfalls für eine Sauerei sorgen. Früher habe es dort oben auf dem Parkplatz tatsächlich Abfalleimer gegeben, hat der Bürgermeister schon vor fünf Jahren erzählt. Doch hätten Menschen aus anderen Städten und Landkreisen seinerzeit ihren Hausmüll hergebracht und in sowie neben den Mülleimern entsorgt. Eine Einladung für die Borstenviecher, die den Unrat auf der Suche nach Leckereien durchwühlt und damit ebenfalls eine wahre Schweinerei hinterlassen haben. „Ich habe dann angeordnet, dass alle Mülleimer dort wegkommen“, hatte Schäfer 2015 berichtet.
Und mal ganz ehrlich: Wer es schafft, fünf, sechs Kilometer bergauf zu fahren mit Energiegels- und -riegeln in den Trikotaschen, der ist doch auch in der Lage, die federleichten Verpackungen seiner Sportlernahrung wieder nach Hause oder zumindest zum nächsten Mülleimer am Wegesrand zu transportieren ... Wünschen wir uns also, dass dort oben (und natürlich auch überall sonst) kein Müll mehr hingeschmissen wird, dafür aber vielleicht aus dem besorgten ein zufriedener Radler wird, der auf dem Streugutkasten dann vielleicht ein schriftliches Dankeschön hinterlässt ...