Lambrecht
Müll und Scherben auf dem Schulhof: Debatte um Schließung kocht erneut hoch
Der Schulhof der Grundschule Lambrecht gehört der Stadt. Trägerin der Grundschule ist die Verbandsgemeinde Lambrecht. Diese Konstellation führt immer wieder zu Problemen. Deshalb möchte die Verbandsgemeinde, dass der Schulhof in ihr Eigentum übergeht. Das führte im Schulträgerausschuss zu einer heftigen Diskussion.
Nach der Gründung der Verbandsgemeinde im Jahr 1972 wurden die Grundschulen von den Gemeinden an die Verbandsgemeinde übergeben. Die Stadt Lambrecht wollte den Schulhof als Eigentum behalten – vor allem, weil er als Durchgangsweg genutzt wird. Aber auch, weil der Zugang zum Haus der Vereine und zur Turnhalle der Grundschule, die auch von Vereinen genutzt wird, über den Schulhof führt. In den vergangenen Jahrzehnten hatte es immer mal wieder Bestrebungen gegeben, dass die Verbandsgemeinde den Schulhof übernimmt. Doch die politisch Verantwortlichen der Stadt lehnten ab.
Den Schulhof abends abschließen?
„Ich war es irgendwann leid“, sagte Sybille Höchel (CDU), für Schulen zuständige Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, im Ausschuss. Leid sei sie die Probleme, die darauf zurückzuführen seien, dass der Schulhof seit Jahren abends der Treffpunkt einer teils problematischen Szene aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei. In den politischen Gremien der Stadt Lambrecht sei immer mal wieder darüber gesprochen worden, den Schulhof zum Einbruch der Dunkelheit abzuschließen. Die Gespräche hätten stets damit geendet, dass niemand für diese Aufgabe zur Verfügung stehe.
Wie Höchel sagte, hinterließen die abendlichen Besucher öfter Müll – darunter auch leere Alkoholflaschen und Glasscherben; sogar Drogenspritzen seien schon gefunden worden. Auch seien Wände mit Graffiti bemalt worden. All das führe immer wieder zu Beschwerden von Eltern und Lehrern und zu Diskussionen, ob die Verbandsgemeinde oder die Stadt für die Müllbeseitigung zuständig sei.
Kinder nutzen Hof auch nachmittags zum Spielen
Höchel schlug vor, dass die Stadt den Schulhof der Verbandsgemeinde übertragen könnte. Der Schulhof würde dann nach Ende der Betreuungszeiten von den Betreuungskräften abgeschlossen und morgens von den Lehrern geöffnet. Von Montag bis Donnerstag gehe die Betreuung in der Regel bis 16 Uhr. Freitags sei um 13 Uhr Schulschluss, Betreuung gebe es an dem Tag nicht. Wie Höchel weiter erläuterte, ist eine Kameraüberwachung aus Datenschutzgründen nicht zulässig, solange der Schulhof als Durchgang genutzt werden darf. Sollte das nicht mehr der Fall sein, sei die Überwachung mit Kameras möglich.
Die Frage, ob der Schulhof abgeschlossen werden sollte, führte zu einer Diskussion zwischen Cinja Heraucourt (Grüne) und anderen Ausschussmitgliedern. Heraucourt merkte an, dass nachmittags bis zum Einbruch der Dunkelheit Kinder den Schulhof zum Spielen, vor allem zum Radfahren, nutzten. Die Grünen seien nicht bereit, dem Abschließen zuzustimmen, damit den Kindern diese Möglichkeit erhalten bleibe. „Es geht nicht, einfach zuzuschließen, weil uns nichts Besseres einfällt“, so Heraucourt.
Keine andere Lösung möglich?
„Es gibt nichts Besseres“, entgegnete Höchel. Mitglieder des Ausschusses verwiesen auf andere Spielmöglichkeiten und darauf, dass niemand den Schulhof vor Einbruch der Dunkelheit abschließen würde. Heraucourt blieb bei ihrem Standpunkt. Sie forderte, dass die Verbandsgemeinde Personal für regelmäßige Kontrollen des Schulhofes einstellen solle. Dann müsse dieser überhaupt nicht abgeschlossen werden. Dafür habe die Verbandsgemeinde kein Geld, zudem könne er angesichts des Klientels, das sich teilweise abends auf dem Gelände aufhalte, unmöglich nur einen Mitarbeiter hinschicken, erwiderte Alexander Held, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste der Verbandsgemeindeverwaltung. Heraucourt forderte daraufhin Kontrollen durch die Polizei. Carsten Schindler (FWG) fand schließlich mit der Anregung, die Debatte zu beenden und die Entscheidung des Lambrechter Stadtrats abzuwarten, allgemeine Zustimmung.
Höchel betonte, dass die Stadt für die Kerwe und andere Veranstaltungen den Schulhof weiter kostenlos nutzen könne. Von den Vereinen, die sich im Haus der Vereine und der Turnhalle treffen, bekäme jeweils ein Verantwortlicher den Schlüssel für das Tor des Schulhofes.