Neustadt Luther als Pausenlektüre

Die 500 Jahre alte Thesen Luthers haben IGS-Schüler in schnell vergänglicher Kreideschrift notiert.
Die 500 Jahre alte Thesen Luthers haben IGS-Schüler in schnell vergänglicher Kreideschrift notiert.

Von den 95 Thesen Martin Luthers ist in diesem Jahr, 500 Jahre nach deren erster Veröffentlichung, viel die Rede. Dass die breite Mehrheit der Bevölkerung sie im Einzelnen kennt, darf indes bezweifelt werden. „Nachhilfe“ gibt es dazu in der Integrierten Gesamtschule Deidesheim/Wachenheim. Und zwar nicht nur im Unterricht, sondern auch auf dem Schulhof.

Die Schüler der Klasse 8 b der Integrierten Gesamtschule (IGS) haben vergangene Woche mit einer Malaktion auf dem Schulhof das Thema Luther umgesetzt und alle 95 seiner Thesen mit Kreide auf das Pflaster geschrieben. Damit wollten Sabine Heinrich von der Schulbibliothek zusammen mit den Tutoren Carolin Laska-Stittgen und Rainer Frühauf anlässlich des Lutherjahres 2017 auf diesen außergewöhnlichen Menschen aufmerksam machen. Mit der Lebensgeschichte Martin Luthers waren die Schüler bereits aus dem Unterricht vertraut. Fragen zur Reaktion auf die Veröffentlichung seiner Thesen sollten weiter zum Nachdenken anregen: „Waren die Thesen so gefährlich, dass man sie verbieten musste? Oder wäre Luther unter dem Schutz der heutigen Meinungsfreiheit auch angefeindet und verfolgt worden?“ Die Schüler schrieben hochmotiviert, mit Straßenkreide bewaffnet, die 95 Thesen auf den Schulhof und haben diese intensive Erfahrung um das Entstehen des umfangreichen Schriftwerkes mit vielen Fotos dokumentiert. Eine Auswahl dieser Bilder wird ab Donnerstag, 18. Mai, an der Bibliothekswand ausgestellt werden. Weiterhin hat die Schulbibliothek ein Themenfenster „Luther 2017“ bis zu den Sommerferien eingerichtet. Stufenleiter Frank Laska berichtet, dass die Thematik Reformation nicht nur im Religionsunterricht, sondern in verschiedenen Fächern das Schuljahr der IGS als ein Grundgedanke begleiten wird. „Warum feiern wir das Lutherjahr, und was hat Luther mit der deutschen Sprache zu tun?“, beispielsweise. Der Rückblick der Achtklässler auf die Schulhofaktion reichte von „cool“ bis „anstrengend“. „Die Aktion hat uns als Klasse zusammengeschweißt“, sagte Nils Sonderschäfer. „Für mich ist Martin Luther ein Vorbild, der viele Dinge mutig umgesetzt hat und sich nicht an der Meinung anderer gestört hat“, findet Tobias Mück. „Auch wenn jetzt alles 500 Jahre her ist, kann man heute noch von Luthers Aussagen viel lernen“, meinte Elisa Polen.

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