Neustadt Lustiges vom Weichei

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Deidesheim. Der Schauspieler und Comedian Boris Stijelja begeisterte am Samstag im ausverkauften Boulevardtheater Deidesheim das Publikum mit seinem ersten Comedy-Soloprogramm „Cevapcici to go“

Für den 33-Jährigen war die Premiere so etwas wie ein Heimspiel, da er als Theaterleiter der Boulevardbühne schon in etlichen Produktionen die Zuschauer zum Lachen gebracht hat. Nun also er, der „Kroate-Bu aus LU“, ganz allein mit dem Anspruch, dem Publikum zu beweisen, dass er auch in diesem Fach glänzen kann. Locker und charmant breitet er sein Leben und das seiner kroatisch-serbischen Familie aus, nicht ohne auf die bei den Pfälzern so beliebte Huldigung ihres besonderen Humors und ihrer lautstarken Sprache zu verzichten, ein Einstieg, der ihm den ersten Szenenapplaus einbringt. Boris Stijelja ist in zwei Welten zuhause. Seine Eltern kamen als Gastarbeiter nach Mannheim, aber bald nach seiner Geburt zog es sie wieder zurück in das heimatliche Kroatien. Dort im Kindergarten bekam er beim Krippenspiel seine erste Rolle als Schauspieler, zunächst als Ochse. Darin war er so überzeugend, dass er sich im Laufe der Zeit bis zur Hauptrolle als Maria hocharbeitete, was er hauptsächlich seinen langen blonden Locken zu verdanken hatte, wie der Comedian anmerkt. Auch mit den Eigenheiten der kroatischen Sprache erheitert er die Zuschauer, immer unterstützt von einer karikierenden Mimik. Er plaudert mit zahlreichen eingestreuten Gags über das Familienleben mit Vater, Mutter, Opa und Oma. Auch seine Erfahrungen aus dem Balkankrieg, die allen einen häufigen Aufenthalt im Bunker bescherte, lässt er nicht aus und betont, dass für ihn das drei Jahre lang zum Alltag dazu gehörte und keinen mehr aufregte. Boris Stijelja versteht es mit seiner leichten und lockeren Art, sich auch diesem Thema unverkrampft zu nähern. Auf ähnliche Art und Weise behandelt er die verschiedenen Religionen, die natürlich auch in seiner Familie vorhanden waren, die Mutter als Kroatin katholisch, der Vater als Serbe russisch-orthodox. Für ihn sei das als Kind eine willkommene Bereicherung gewesen, da er so alle kirchlichen Feiertage zweimal feiern konnte. Stijelja amüsiert das Publikum mit seinen unverblümten Ausführungen über die wenig romantischen Familienmitglieder. Für seinen Vater ist Platz für Romantik nur in den 20 Minuten, bis Viagra anfängt zu wirken. Er sei da ganz anders, versichert er, kein Macho sondern ein richtiges Weichei: „Ich weine bei jedem Film, besonders bei Schweinchen Babe. Die Mutter liebt Kitsch und backt bereits im August Weihnachtsplätzchen, das hat ihr der Discounter sofort nachgemacht“, bemerkt Stijelja dazu lakonisch. Zum Schluss berichtet er von seiner strickenden Tante, die eine alte kroatische Tradition wieder aufgenommen habe und Peniswärmer stricke. Aus dem Internet hat er sich eine ganze Kollektion „Willy Warmer“ bestellt und zeigt sie dem kichernden Publikum. Der „Balkanese“ hofft, dass die Zuschauer mit diesem Ausschnitt aus seinem Leben ein kleines Stück vom „Kroate-Bu aus LU“ mitnehmen. Dem Beifall nach zu urteilen wird der Abend bei allen in bester Erinnerung bleiben. (dox)

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