Neustadt Leuchtende Schrift am Marktplatz nicht erwünscht

Mit der Modernisierung der Deidesheimer Sparkassenfiliale Rhein-Haardt am historischen Marktplatz sollen auch die alten Schriftzüge mit Logo am Gebäude ausgetauscht werden. Das Vorhaben stieß im Stadtrat auf wenig Zustimmung.
Das Thema lag dem Rat schon einmal vor. Von Seiten der Sparkasse kam man den Bedenken bereits dahingehend entgegen, dass die Schriftgröße etwas reduziert wurde, so Stadtbürgermeister Manfred Dörr in der jüngsten Ratssitzung. Auch die Denkmalpflege habe dazu keine Bedenken geäußert. Geplant ist ein selbstleuchtender Werbeschriftzug an Ost- und Südseite sowie ein Logo an der Nordseite des Gebäudes. Insgesamt seien die Einzelbuchstaben gegenüber dem bisherigen Bestand reduziert worden. Die Beleuchtungstechnik soll energiesparend ausgeführt werden. Diese Art von Vollbeleuchtung wirke sich schlecht auf das Ortsbild aus, so Stefan Hebinger (CDU). Die LED-Beleuchtung sei zu hell, und ein rotes S in Ampelnähe könne zudem die Verkehrsteilnehmer irritieren. „Es handelt sich hier um den alten Marktplatz und nicht um ein Gewerbegebiet“, setzte sein Parteikollege Bernd Anslinger nach. Am besten sollte der Schriftzug unbeleuchtet bleiben. „Gleiches Recht für alle“, entgegnete Dörr, schließlich habe man 2009 der VR-Bank Mittelhaardt einen ähnlichen Werbeschriftzug erlaubt und man solle froh sein, dass die Bankfiliale in der Stadt bleibe. Hebinger sagte, man schaffe hier einen Präzedenzfall, an dem sich andere Betriebe ein Beispiel nehmen könnten. Somit fiel die erste Abstimmung mit sieben Neinstimmen, fünf Enthaltungen und sechs Jastimmen erst einmal gegen den Antrag aus. Man sei ausschließlich gegen eine zu helle Beleuchtung in der Kirchgasse, so Hebinger. Dem stimmte auch Franz-Josef Ratter (Grüne) zu: „Hier soll nicht so ein grelles Licht wie an der Tankstelle zulassen werden.“ Der Antrag wurde daraufhin abgeändert. Die Sparkasse soll das Beleuchtungskonzept in dem Punkt überarbeiten, dass der Schriftzug in der Kirchgasse zwar in Größe und Form wie geplant ausgeführt werden kann. Jedoch soll dieser nicht selbstleuchtend sein, sondern mit dezenter Hintergrundbeleuchtung ausgeführt werden. Dieser Antrag wurde bei Enthaltungen angenommen. Diskutiert wurde im Rat auch der geplante Neubau einer Garage an der Bahnhofstraße. Das ehemalige Nebengebäude wurde beim Brand im August zerstört und anschließend abgerissen. Wegen der direkt daneben stehenden alten Synagoge, wurde die Planung mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Der langjährige Vorsitzende des Vereins „Freundeskreis ehemalige Synagoge Deidesheim“, Franz-Josef Ratter, kritisierte, die Höhe der Garagenaußenwand falle in der Planung deutlich höher aus als beim Vorgängergebäude und rage damit in die Fensterreihe der Synagoge hinein. Der Stadtrat beschloss, dass beim Neubau der Garage die Maße, eins zu eins, des alten Nebengebäudes einzuhalten sind. |vnl