Neustadt Lernort jüdischer Friedhof
Weg von der Theorie in die Praxis: Eine Schulkasse der Integrierten Gesamtschule Deidesheim/Wachenheim hat ihren Biologieunterricht ins Freie verlegt und mitgeholfen, den jüdischen Friedhof Deidesheim zu verschönern.
Da wurden am Montag kurzerhand Hacke und Spaten in die Hand genommen. Mit dem Leiter der Stadtgärtnerei, Thorsten Helbig, und der Lehrerin Nicole Paulus haben die Teenager einen ganzen Vormittag gearbeitet. Die Idee dazu kam bei der Pflegeaktion am 11. November dem Leiter der Stadtgärtnerei und Franz-Josef Ratter, Mitglied im Sprecherrat der LAG Gedenkstätten (Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz). Es sei schon seit Jahren Tradition, dass am 11. November der Friedhof winterfest gemacht wird, erläutert Ratter. Nun folgte die Frühjahrsaktion mit der Wiederbepflanzung durch die Stadt Deidesheim. Die Schüler der Klassenstufe 7 können so für ihr Wahlpflichtfach mit naturwissenschaftlicher Neigung an einem „außerschulischen Lernort“ das Berufsbild kennen lernen, meint Paulus. Dabei stehen die Auseinandersetzung mit dem Beruf des Gärtners und Landschaftsgestalters sowie die Bestimmung von Pflanzen und ihrer Nutzung auf dem Lehrplan. Es werden nur einheimische Gehölze eingesetzt, die günstig für den Standort sind, meint Helbig. So sind eine Trauerulme, Linde und Schwarzdorn gepflanzt worden. Die Pflanzen hat die Gärtnerei unter dem besonderen Aspekt des Insekten- und Vogelschutzes ausgesucht. Vorgesehen ist die Herstellung eines Herbariums und von Nisthilfen für Wildbienen. Weiter soll eine Blumenwiese den Friedhof verschönern, der als Denkmal an Attraktivität gewinnen soll, ohne dessen Kultur zu beeinflussen. Auf jüdischen Friedhöfen, dessen Gräber ewig bestehen bleiben, werde kein Blumenschmuck auf die Gräber gepflanzt, erläutert Ratter. |piw