Neustadt Lernen am Storchennest

Wer die Geinsheimer „Grundschule am Storchennest“ in der Ortsmitte bei der Kirche und beim Gemeindehaus sucht, liegt vollkommen falsch. Denn dort befindet sich nur das Vorgängergebäude. Vor 50 Jahren zogen die Grundschüler in das neue, moderne Gebäude „Am Hägfeld“ am Ortsrand um. Dort ist nach und nach um das Schulgelände ein großes Neubaugebiet gewachsen.
Der Neubau war vor 50 Jahren notwendig geworden, weil die Schule mehr Platz brauchte, denn auch Hauptschüler waren dort untergebracht. Heute gehen 80 Kinder in fünf Klassen in die „Storchennest-Schule“. Susanne Sappok ist seit Sommer 2014 die Schulleiterin. Die 54-Jährige kommt aus Pirmasens. Dort unterrichtete sie 20 Jahre an einer Schwerpunktschule: einer Grundschule, die auch Kinder mit einem sonderpädagogischen Fördergutachten integrativ besuchten. Als Personalrätin arbeitete sie eng mit der Schulleitung zusammen. „Daher wollte ich auch mehr Verantwortung übernehmen. Außerdem reizte mich die Vorderpfalz. Ich liebe die Offenheit, die Weite, das Klima und die wunderschönen Weinberge“, schwärmt sie. Dass die Geinsheimer Grundschule vor einigen Monaten bei der Diskussion um Schülerzahlen und Kosteneinsparungen auch zur Debatte stand, weiß sie. Doch mit 16 Anmeldungen für das kommende Schuljahr und voraussichtlich rund 20 Abc-Schützen für 2016/2017 sieht sie die Notwendigkeit, „die Schule im Dorf zu lassen“. Auch die Kinder aus Duttweiler gehören zu ihrem Schulbezirk. Hier möchte sie verstärkt mit dem dortigen Kindergarten zusammenarbeiten. Denn in diesem Jahr haben einige Schüler den Antrag gestellt, in Lachen-Speyerdorf zur Grundschule zu gehen. „Das gilt es in Zukunft zu vermeiden“, betont Sappok. Die 54-Jährige ist Klassenlehrerin der 4a und erhält neun Stunden aus ihrem Deputat, um ihre Schulleiteraufgaben zu erfüllen. Sie lobt die Unterstützung durch ihre sieben Kollegen, den Förderverein, den Schulelternbeirat und die betreuende Grundschule. „Wir sind eine gute Schulgemeinschaft. Alle Klassen sind miteinander verzahnt“, lobt sie. Einmal im Jahr gibt es einen „Miteinander-Tag“. Diesmal ging es in verschiedenen Projekten um das Jubiläum. Einmal im Monat freitags treffen sich alle nach der großen Pause auf der Schulversammlung. Dann stellen die Klassen ihre Projekte vor, oder es gibt die Siegerehrungen für die sportlichen Ereignisse. Zeitlich passend zum Jubiläumsjahr holte jetzt die siegreiche Fußballmannschaft den Grundschulpokal nach Geinsheim. In der betreuenden Grundschule sind momentan 26 Kinder angemeldet, die bis 16.30 Uhr beaufsichtigt werden. „Es gibt ein sehr flexibles Angebot. Die Eltern können täglich nach Bedarf entscheiden, wie lange ihr Kind bleibt. Danach richtet sich dann auch das Mittagessen“, sagt Sappok. Gefeiert wird in Geinsheim gleich zweimal: Am Freitag, 12. Juni, gibt es um 18.30 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Geinsheimer St. Peter und Paul Kirche, und am Samstag, 13. Juni, beginnt das Schulfest mit einem Umzug vom „Alten Schulhaus“ in der Geitherstraße zum jetzigen Schulhaus. Danach folgt ein buntes Programm auf dem Schulgelände, das von Schülern, Kollegium und Eltern organisiert wird. (kle)