Am Rande der Bande RHEINPFALZ Plus Artikel Leichtathletik: Warum Hammerwurf in Haßloch gefährlich sein kann

Jörg Steinbach war nicht der Schirmherr der Hammerwerfer. Aber er war für die Sicherheit beim Wettkampf verantwortlich.
Jörg Steinbach war nicht der Schirmherr der Hammerwerfer. Aber er war für die Sicherheit beim Wettkampf verantwortlich.

Beim Hammerwurf-Olympia-Qualifikationswettkampf am Pfingstsonntag in Haßloch waren nicht etwa die Werfer die wichtigsten Akteure. Ohne das Engagement vieler Ehrenamtlicher, die wegen der Corona-Vorschriften die Veranstaltung besonders gründlich vorbereiten mussten, wäre der Wettbewerb nicht möglich gewesen.

Beim Hammerwurf-Olympia-Qualifikationswettkampf am Pfingstsonntag in Haßloch waren nicht etwa die Werfer die wichtigsten Akteure. Ohne das Engagement vieler Ehrenamtlicher, die wegen der Corona-Vorschriften die Veranstaltung besonders gründlich vorbereiten mussten, wäre der Wettbewerb nicht möglich gewesen.

Jörg Steinbach wurde von Wettbewerbsleiter Stefan Münch gebeten, als Aufsichtsperson gemäß der Corona-Verordnung die kompletten Regeln zu kontrollieren. Erst wer alle notwendigen Formulare wie negativen Schnelltest und Selbstverpflichtung abgegeben hatte, erhielt ein blaues Band am Handgelenk und durfte die Anlage betreten.

Aus St. Ingbert angereist

Der 62-jährige Steinbach reiste aus St. Ingbert an und hatte eine Anfahrt von rund 125 Kilometern. Er lobte das Verhalten der Anwesenden: „Alle sind total diszipliniert.“ Für die Helfer gab es weder Taschen- noch Kilometergeld. Steinbach: „Das möchte ich auch gar nicht, ich mache das aus Freundschaft zu Stefan und möchte einfach so eine tolle Veranstaltung unterstützen. Die Sportler trainieren das ganze Jahr. Sie verdienen es, dass man ihnen Wettkämpfe ermöglicht.“

Steinbach hatte insgesamt wenig zu tun, auch wenn einige Haßlocher versuchten, einen Blick auf das Geschehen zu erheischen. Sie fuhren mit dem Pkw an die Firmenzufahrt der Firma Ardagh. Der gehört das Gelände, auf dem der Wurfplatz liegt. Doch genau dort wurde ab und zu ein „Hammer“ versenkt, der aus dem Messsektor geflogen kam und auf den Asphalt donnerte.

Blick von benachbarten Hügeln

Auch auf den benachbarten Hügeln der Dirtbahn riskierten einige Zuschauer einen Blick auf die Werfer. „Sicherheit geht vor“, sagte aber Steinbach. So musste jeweils kurzzeitig das Werfen eingestellt werden. Die Aufsicht hatte zwar Verständnis für das große Interesse am Spitzensport. Doch gleichzeitig hatten die Zaungäste keine Vorstellung davon, dass der Hammer über 70 Meter weit fliegen kann. Dass sie dann in Gefahr sind.

Kurt Büttler, Leichtathletik-Abteilungsleiter der TSG, hat den Wurfplatz mit viel Liebe hergerichtet. Sogar Bänke und Tische hat er montiert – im sicheren Bereich hinter dem „Wurfkäfig“. Die Zukunft des Platzes ist indes ungewiss. Büttler weiß, dass das Firmengelände, auf dem er seine Anlage mit Genehmigung der Firma Ardagh gebaut hat, langfristig bebaut werden soll. Jetzt hofft er, dass zumindest auch 2022 dort noch die Werfer auf Weitenjagd gehen können. Doch irgendwann wird er, mit blutendem Herzen, alles zurückbauen müssen.

Dabei hat er dort einen Wurfring vom Feinsten installiert, der am Sonntag zahlreiche Bestleistungen ermöglicht hat. Gerne würde Büttler im kommenden Jahr bei einem weiteren Wettkampf erneut Tristan Schwandke, den deutschen Meister, begrüßen. Dann aber hoffentlich als „Olympiateilnehmer von Tokio“ vorstellen. Schwandke verbesserte seine Bestleistung in Haßloch gleich um 2,5 Meter. Das spricht für Kurt Büttler und seinen Ring.

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