Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Leichtathletik: Pfalztitel für Valnion, Seckinger und Saßmann

Für den 16-jährigen Haßlocher Moritz Märdian ist bei 1,60 Metern bereits Endstation im Hochsprung.
Für den 16-jährigen Haßlocher Moritz Märdian ist bei 1,60 Metern bereits Endstation im Hochsprung.

Bei den Pfalzmeisterschaften der Leichtathleten im Sprung im Neustadter Stadion erhielten die Besucher und Teilnehmer farbige Bändchen – so ist in Corona-Zeiten eine Kontaktverfolgung möglich. Fast durfte man sich fühlen, als sei man in einem Fünf-Sterne-alles-inklusive-Hotel. Jedoch gab es weder Wellnessanwendungen noch üppige Getränke und Buffets, sondern nur das normale Leichtathletikprogramm mit fleißigen Kampfrichtern und Helfern sowie Wettkampfverpflegung vom Ausrichter TSG Neustadt.

Selbst die Urkunden mussten sich die Teilnehmer bei der Siegerehrung mit gebührendem Abstand vom Auslegetisch selbst holen. Mit starken Platzierungen liebäugelten beim Hochsprung zwei gut gelaunte Sportler des LC Haßloch: Der 16-jährige Moritz Märdian hatte eigentlich seinen ersten Zehnkampf im Herbst im Visier. Doch Corona warf auch in Neustadt den gesamten Terminkalender über den Haufen. Statt der Anfang September traditionellen Pfalz-Mehrkampfmeisterschaften waren diesmal nur Weit-, Hoch- und Dreisprung im Programm. Auf den Zuschauerplätzen fiebert Mutter Carmen Epple mit. „Moritz hat es gerne, wenn ich dabei bin. Und habe ich den Fahrdienst für den Trainer und ihn übernommen“, erzählt sie. Mit Jonas Unruh bleibt Moritz beim Einspringen locker und optimistisch. Doch als es ernst wird, ist sein Anlauf nicht dynamisch genug. Er überquert 1,65 Meter zum Einstieg, bei 1,70 Metern ist Endstation.

Zum ersten Mal bei den Männern

Teamkollege Unruh ist als 20-Jähriger zum ersten Mal in der Männerkonkurrenz am Start. Er hat spontan beschlossen, im Hochsprung anzutreten, da er die Disziplin jetzt erstmals wieder trainiert hat. Der Informatikstudent lebt in Mannheim. Trainer Holger Geiger holt ihn für die Trainingseinheiten ab. Geiger wohnt in Ludwigshafen. So fährt das Duo einmal in der Woche nach Frankenthal und einmal nach Haßloch. „Ich probiere gerne viele Sachen aus. Wir machen auch mal Wurftraining mit dem Diskus oder ich sprinte über die flachen Strecken“, erzählt Unruh. Seine Sahnestrecke sind die selten bei Veranstaltungen angebotenen 400 Meter Hürden. Und da hat Unruh ein klares Ziel vor Augen: Bei den Pfalzmeisterschaften am 19. September in Zweibrücken möchte er unter die Besten der bundesweiten Liste laufen. Seine Bestzeit liegt bislang bei 55,47 Sekunden. Um sein Ziel zu erreichen, muss er unter 55 Sekunden bleiben.

Doch er sieht es locker, so locker wie jetzt den Hochsprung: Weil es beim Einspringen so gut geklappt hat, verzichtet er nach 1,70 Metern im ersten Versuch auf die nächsten Höhen und steigt erst wieder bei 1,81 Metern ein. Doch die Latte bleibt bei keinem Versuch oben. Unruh hakt den Wettkampf ab. „Ich bin zwar immer gut gelaunt, aber nie zufrieden“, sagt er über sich selbst. Vor allem nicht nach einem ausgebliebenen Höhenflug.

Vereinsrekord über 200 Meter

Besser war es bei ihm tags zuvor bei den Sprint-Pfalzmeisterschaften in Ludwigshafen gelaufen: Er stellte über 200 Meter in 22,26 Sekunden einen Vereinsrekord auf und wurde Vizemeister. Am Wochenende gab es indes nur drei Pfalzmeister aus der Region: In Ludwigshafen siegte Linus Valnion (TSG Deidesheim) über 75 Meter in der Altersklasse M12. Am Sonntag gewannen Luisa Seckinger (TSG Haßloch) im U18-Dreisprung und Till Saßmann (TSG Neustadt) im M14-Weitsprung.

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