Hassloch
Leichtathletik: LC Haßloch hofft auf Nikolauslauf, Kalmit-Berglauf fällt aus
Der LC Haßloch steht in den Startlöchern. Sollten die im November geltenden Lockdown-Regeln gelockert werden und die Gemeinde Haßloch das Hygienekonzept absegnen, gibt es am Nikolaustag den 47. Nikolaus-Lauf, diesmal unter Corona-Bedingungen. Für viele Volksläufer wäre dies der erste Start seit März.
LCH Vorsitzender Gerd Berlin erstellte mit seinem Team bereits vor dem erneuten Lockdown ein strenges Hygienekonzept. Statt bisher mehreren Läufen mit unterschiedlichen Distanzen soll am Sonntag, dem 6. Dezember, ein Wettbewerb über zehn Kilometer angeboten werden. In Zehner-Gruppen mit jeweils 20 Sekunden Zeitabstand sollten die Läufer starten und unterwegs auch einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.
Schon 85 Anmeldungen
Die Volksläufer gieren nach einem Wettkampf, was die Anmeldezahl von bislang 85 Sportlern beweist. Doch wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen sieht auch Gerd Berlin mit Skepsis auf die weitere Entwicklung. Er sagt: „Wir überlegten lange, ob wir den Lauf anbieten. Jetzt hoffen wir bis zum bitteren Ende. Schließlich dient Bewegung und Sport im Freien der Gesundheit. Das wollen wir fördern. Solch ein Wettkampf ist in der Natur doch etwas ganz anderes wie in einer Sporthalle.“
Weil der Start in den Sternen steht, verspricht Berlin, dass die Startgebühren jetzt noch nicht eingezogen werden. Mit der Verlegung von Start und Ziel in das abgegrenzte Gebiet des Badeparks könne der Zugang entsprechend überwacht werden. Nur Jugendliche dürften eine Begleitperson mit in den Innenbereich mitnehmen, so Berlin.
Noch keine Entscheidung
Laut Christine Behret, zuständige Fachbereichsleiterin bei der Gemeinde Haßloch, kann zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Rechtslage die Veranstaltung nicht genehmigt werden. Sie sagt: „Ob hier bis zum Nikolauslauf eine Lockerung kommt, lässt sich frühestens Mitte November erahnen. Erst nach den neuen Vorgaben von Bund und Länder können wir über den Antrag des LCH entscheiden. Das bietet zwar kaum Planungssicherheit, doch diese gibt es in der Corona-Situation in kaum einem Bereich.“
Diese Aussage kommt für Berlin nicht unerwartet. Er gesteht: „Könnte der Lauf stattfinden, wäre es ein kleines Wunder.“ Kle
Zur Sache: Das Haßlocher Konzept für den Nikolauslauf
Im Rahmen des Antrags bei der Gemeinde listet der LC Haßloch viele Details auf. Maximal 500 Teilnehmer sind erlaubt. Die Startnummern werden per Post verschickt, es gibt keine Ausgabe vor Ort. Der Zutritt wird erst durch die Startnummer gewährt. Die Startlinie ist fünf Meter breit, der Abstand von 1,50 Metern ist einzuhalten. Es gibt keine Duschmöglichkeiten. Im Ziel werden verschlossene Wasserflaschen gereicht, es gibt keine weitere Verpflegung. Wo kein Abstand gehalten werden kann, muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Wer das Hygienekonzept nicht beachtet wird disqualifiziert. Der erste Start ist für 11 Uhr geplant. Das Gelände wird um 10 Uhr geöffnet. Es sind keine Zuschauer zugelassen. Nach dem Lauf sollen die Teilnehmer das Gelände zügig verlassen. Die Startgebühr beträgt 14 Euro. Anmeldung unter https://runtix.com/sts/10400/1759.
Einwurf: Großer Optimismus
Welch ein tolles Engagement des LC Haßloch. Mit viel Optimismus plant der Leichtathletikclub seinen Traditionslauf. Selbst jetzt, wo alle Zeichen auf „stopp“ stehen, lässt der Club ein Türchen offen. Statt sich hinter den aktuellen Verordnungen zu verkriechen, hoffen die Verantwortlichen auf eine Lockerung des aktuellen Lockdowns. Das bedeutet für die Ehrenamtler, dass sie sich den 6. Dezember im Terminkalender blocken, bereit stehen für den Ernstfall, der für viele Läufer ein wichtiges Freizeitvergnügen darstellt. Nur eine Frage bleibt, wie groß ist das Laufvergnügen tatsächlich, wenn das gesellige Vorher und Hinterher am Kuchenbuffet und die Anfeuerungen von Familie und Fans auf der Strecke ausbleiben? Für die Endwertung gibt es nur einen Kampf gegen die Uhr und nicht gegen einen direkten Gegner. Und auch die Läufer haben keine Planungssicherheit, wie sie den Nikolaustag letztlich verbringen.
Information: Kalmit-Berglauf fällt aus
Ausrichter TV Maikammer muss seinen Kalmit-Berglauf in diesem November ausfallen lassen. Corona-bedingt. Der 29. Lauf auf den höchsten Berg im Pfälzerwald war für den 21. November geplant gewesen.
„Wir hatten ursprünglich mal angedacht, alle zehn, 15 Sekunden jeweils drei Starter auf die Strecke zu schicken“, erzählt Manfred Schwaab, Vereinsvorsitzender und Organisator zugleich. „Doch wäre das vom zeitlichen Faktor her nicht durchzuführen gewesen.“ Bei im Schnitt knapp 600 Teilnehmern „brauchten wir alleine für den Start eine gute Stunde“. Entsprechend lange müsste die Strecke vom Rathaus in Maikammer bis zum Kalmitgipfel gesperrt werden. „Wir hätten das natürlich auf 300 Teilnehmer begrenzen können, aber wir wollten nicht so vielen Läufern absagen“, begründet Schwaab die Entscheidung, den Lauf abzusetzen. „Außerdem hätten wir die Kleider der Läufer nicht auf der gesperrten Strecke nach oben fahren können.“
Helfer aus der Risikogruppe
Bislang hat der TV Maikammer zudem einen Shuttle eingesetzt, um Läufer vom Ziel oben auf dem Kalmitgipfel wieder zurück nach Maikammer zu bringen. Schwaab: „Der Rücktransport wäre ebenfalls ein Problem gewesen.“ Der Vereinsvorsitzende betont, dass „wir Verantwortung für die Teilnehmer, aber auch für die Helfer haben“. Gut 100 ehrenamtliche Helfer sind bisher bei jedem Kalmit-Berglauf im Einsatz gewesen. „Diesmal hatte ich auch ein paar, die altersbedingt zur Risikogruppe gehören und jetzt in Coronazeiten nicht helfen wollten“, zählt Schwaab einen weiteren Grund auf, den Lauf 2020 nicht auszurichten.
Es ist übrigens das erste Mal, dass dieser Berglauf ausfällt. Der Lauf ab Maikammer wäre das letzte von insgesamt sieben Rennen 2020 in der Wertung um den Pfälzer Berglauf-Pokal gewesen. Doch auch die Pokalwertung ist bereits im Juli gestrichen worden. In diesem Jahr hat es nur den Donnersberglauf gegeben – den hatten Ende Februar, also vor Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland – Jonas Lehmann (TuS Heltersberg) und Simone Raatz (ASC Darmstadt) gewonnen. Der Maikammerer Lennart Nies war Vierter geworden.