Neustadt
Leichtathletik: Am 29. August Sportfest im Neustadter Stadion
Bereits 36 Athleten der drei Vereine aus Neustadt, Gimmeldingen und Haßloch sind für den Wettkampf am Samstag, 29. August, gemeldet. Sie absolvieren insgesamt 80 Starts. Die drei gastgebenden Vereine haben ein Hygienekonzept und ein passendes Wettkampfangebot auf die Beine gestellt.
Angeboten werden Weitsprung, Speerwurf, Stabhochsprung sowie 100-Meter-, 200-Meter-, 400-Meter- und Hürdenlauf in den Altersklassen ab M/W 14 bis zu den Aktiven. Lothar Spilke, Trainer des TV Gimmeldingen und einer der Organisatoren: „Viele Athleten absolvieren Doppel- und Mehrfachstarts. Am Vormittag sind die Altersklassen U16 und U18 an der Reihe, am Nachmittag die U20 sowie Männer und Frauen. Die Teilnehmerzahlen sind in jeder Disziplin begrenzt, damit die Mindestabstände in allen Disziplinen gewährleistet sind.“
Nur 150 Menschen im Stadion
Der Ablauf richtet sich dabei nach der jeweiligen Personenzahl. So wird jeder, der das Sportgelände betritt, am ehemaligen Kassenhäuschen eine in Kunststoff eingeschweißte Nummer erhalten. So wird sichergestellt, dass sich nicht mehr als 150 Menschen im Stadion aufhalten. Wer das Gelände verlässt, gibt seine Nummer wieder ab. Der Ausgang befindet sich am Fahrradständer. Vorgeschrieben ist, dass Athleten nach ihrem Wettkampf nach einer bestimmten Zeit das Stadion verlassen. Spilke: „Die Regeln beziehen sich auf das Gesamtkonzept des LVP, des Leichtathletikverbandes Pfalz. So werden wir bei den Laufdisziplinen immer eine Bahn freihalten, um einen Abstand von über zwei Metern einzuhalten. Bei einem Wettkampf vor einigen Tagen in Wetzlar war jede Bahn belegt. Die Bahnbreite beträgt nur 1,22 Meter, wir lassen also mehr Platz.“
Die Ausschreibung legt viele Details fest, die vor Corona kaum eine Rolle gespielt haben. So sind am Wettkampftag keine Nachmeldungen möglich. Bevorzugt werden zunächst die Meldungen der Athleten aus den gastgebenden Vereinen, an zweiter Stelle Sportler aus dem Bereich des LVP. Die Teilnehmerzahlen je Disziplin sind gemäß Ausschreibung auf maximal zwölf (Sprint), zehn (Weitsprung, Stabhochsprung, Speerwurf), neun Athleten (Hürdensprint) begrenzt. Spilke: „Die Altersklasse WU16 ist im Sprint und Weitsprung bereits ausgebucht.“
Ohne Zuschauer
Zudem müssen sich die Sportler exakt an die vorgegebenen Zeiten halten. So dürfen sie frühestens 90 Minuten vor ihrem Wettkampf das Stadion betreten. Zuschauer sind nicht erlaubt. Neben einem verantwortlichen Vereinstrainer sind je nach Teilnehmerzahl weitere Betreuer möglich. Ein Mund-Nasen-Schutz ist im Eingangsbereich, bei der Gerätekontrolle und im Toilettenbereich vorgeschrieben. Im Speerwurf nutzt jeder Sportler seinen eigenen Speer. Normalerweise ist es üblich, dass die Athleten auch die Geräten der anderen Sportler nutzen können. Bei der Abnahme der Geräte vor Beginn des Wettbewerbs gilt: „Ein Mund-Nasen-Schutz ist für alle Personen vorgeschrieben. Die Helfer tragen Handschuhe, Desinfektionsmittel steht bereit. Im Wartebereich sind markierte Abstandszonen von 1,5 Metern.“
Die Initiative zu dem Sportfest ging von Spilke aus. „In anderen Landesverbänden gibt es bereits Wettkämpfe, diese sind aber immer regional auf die jeweiligen Sportler begrenzt. Ich wollte unseren Athleten die Möglichkeit zu einem Wettkampf bieten. Aber alleine kann ich das nicht stemmen. Jetzt sind zwischen den drei Vereinen die Aufgaben verteilt.“
Aufgaben verteilt
So kümmert sich die TSG Neustadt um die Meldungen und die Bewirtschaftung. Beim LC Haßloch werden die Meldegebühren verwaltet. Lothar Spilke hat über Zeitplan, Disziplinen und Ausschreibungen „lange gesessen, bis alle Details passten“. Für die Athleten wird der Wettkampf zu einer Standortbestimmung nach der langen Wettkampfpause. Zehnkämpfer Marvin Kastl (TV Gimmeldingen) etwa, der wegen fehlender Sportfeste keine Qualifikation für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften erreichen konnte, tritt in vier Disziplinen an: 100 Meter, 110 Meter Hürden, 400 Meter sowie im Weitsprung.
Hoffen auf Nachahmer
Gerd Berlin, Vorsitzender des LC Haßloch, ist überzeugt, „gemeinsam beweisen zu können, dass auch die Pfalz in der Lage ist, verantwortungsbewusst Wettkämpfe durchzuführen“. Positive Signale gab es bereits vom LVP-Präsidenten Joachim Tremmel, der das Engagement des Gimmeldingers und seiner Mitstreiter lobt und auf Nachahmer im Verband hofft.
Das Neustadter Stadion biete für den auch von anderen Vereinen der Region sicherlich mit Interesse verfolgten Neuanfang gute Voraussetzungen, ist sich Gabriele Geiger, Trainerin der TSG Neustadt, sicher: „Wir können Ein- und Ausgang trennen, haben eine große Tribüne und eine weitläufige Anlage. Deshalb bin ich mit Dieter Tisch wegen weiterer Veranstaltungen noch in diesem Jahr im Gespräch.“ LVP-Vizepräsident Tisch hatte das Konzept, Wettkämpfe wieder aufzunehmen, verfasst.
Zur Sache: Die Verpflegung
Die TSG Neustadt ist bekannt für eine hervorragende Verpflegung der Sportler, Trainer und Zuschauer. Zwar sind diesmal keine Zuschauer erlaubt, dennoch wird ein entsprechendes Verpflegungsangebot unter den geltenden Hygienebedingungen nach der Corona-Verordnung gemacht. Getränke werden beispielsweise nur in Flaschen ausgegeben. Im Verkaufszelt werden Kunden und ehrenamtliche Verkäufer mit einer Folie getrennt. Es gibt hier insgesamt drei Abschnitte. Bestellung, Ausgabe von Essen und Getränken sowie Rückgabe der Flaschen erfolgt in markierten Zonen. Der Verzehr muss auf der Tribüne oder im Stadion verteilt erfolgen. Extra Sitzbänke gibt es diesmal keine.
Einwurf: Goldmedaille fürs Engagement
Es geht wieder los mit Leichtathletik-Wettbewerben. Hut ab vor den ehrenamtlichen Helfern, die sich mit den umfangreichen Corona-Bestimmungen vertraut gemacht haben und trotz hoher Anforderungen nun ein Sportfest organisieren. Die Trainer und Vereine haben dabei ihre Athleten im Blick, die in den vergangenen Monaten trotz Wettkampfstopps weiterhin zielstrebig trainiert haben. Dieses Engagement verdient die Goldmedaille.