Neustadt Lederle: Glück muss man sich erarbeiten

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Hassloch. Einen reizvolleren Jahresabschluss hätte sich der Terminplaner der Fußball-Bezirksliga Vorderpfalz nicht ersinnen können. Freitagabend, 19.30 Uhr, Flutlicht, Ortsduell zwischen dem Gastgeber VfB und dem 1. FC 08 Haßloch – das klingt nach guter Unterhaltung und reißendem Bratwurstabsatz.

Das 1:6 in Steinfeld vor 14 Tagen hat Christian Lederle arg zugesetzt. „Ich hatte lange daran zu knabbern“, sagt der Trainer des 1. FC 08 Haßloch, der sich einige Tage später über eine Leistungssteigerung freuen durfte, nicht jedoch über Zählbares auf dem Punktekonto. Auch gegen den ASV Maxdorf unterlagen die „Nullachter“. 0:1 zwar nur, nach einem guten Auftritt, einem verschossenen Elfmeter und einer Portion Pech. Doch was macht das für einen Unterschied? Verloren ist verloren. Zehnmal schon spazierte die Haßlocher Elf in dieser Saison geschlagen vom Spielfeld, nicht umsonst liegt sie auf dem vorletzten Platz des Klassements. Ein korrektes Abbild des bisher Gebotenen. Die Tabelle spreche die Wahrheit, bestätigt Lederle. Er sieht seine Mannschaft in der Pflicht, „wir brauchen jetzt endlich auch mal Punkte“. Lederle ist weit davon entfernt, die Segel zu streichen und die Niederlagenserie als schicksalhaft anzuerkennen. „Das Glück muss man sich über Wochen erarbeiten“, sagt er, „das haben wir nicht getan.“ Selbst im Falle eines Sieges kann Lederles Elf den vorletzten Rang nicht verlassen – der SV Gommersheim als Drittletzter ist vier Punkte entfernt. In erster Linie geht es vor der Pause darum, Mut zu schöpfen, durch ein Erfolgserlebnis in einer besseren Stimmung zu überwintern, um ab März mit frischen Kräften den Abstiegskampf anzugehen. Lederle sagt: „Wenn man sich über Wochen diese Tabelle anschauen muss, dann ist das nicht schön. Umso wichtiger ist es, ein Zeichen zu setzen, um mit einem positiven Gefühl ins kommende Jahr zu gehen.“ Wie auch immer die Partie endet: Der VfB Haßloch wird mit mehr Punkten und auch einem besseren Tabellenplatz das Jahr beschließen. 20 Zähler hat die Elf von Trainer Frank Lieberknecht bislang gesammelt, neun mehr als der Ortsrivale. Doch möchte Lieberknecht nichts von einer Favoritenrolle seiner Elf wissen: „Ich sehe uns auf Augenhöhe. Wenn man Maxdorf so bearbeitet wie die Nullachter letzten Sonntag, dann hat das schon etwas zu heißen. Abgesehen davon sind wir nicht unbedingt die heimstärkste Mannschaft.“ Stimmt: Der VfB holte nur sieben seiner 20 Punkte daheim. Auch den Kunstrasen wertet Lieberknecht nicht als Vorteil. Entscheidend sei, wie man in die Zweikämpfe komme. Radoslav Szajwa wird morgen das letzte Spiel für die Gelb-Schwarzen bestreiten, der Lehrer kehrt in seine polnische Heimat zurück. „Sportlich und menschlich ein Riesentyp“, sagt Lieberknecht. Eventuell fehlt Bäcker Markus Grimm berufsbedingt. Trotz erwarteter Temperatur von fünf Grad Celsius am Freitagabend dürfte den Derbydarstellern rasch warm werden. Vor allem für 08 steht viel auf dem Spiel. „Von der Konstellation und den Punkten her hat das eine ganze andere Brisanz als das erste Aufeinandertreffen“, sagt Lieberknecht. Am 16. August trennten sich beide Teams 1:1. Mit einem neuerlichen Remis könnte der VfB besser leben als sein Nachbar.

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