Leichtathletik LC Haßloch-Athlet will zur Süddeutschen Meisterschaft

Knapp an seine Bestzeit über 200 Meter kam Aschraf Ali-Ouro-Bossi in Ludwigshafen als Teil des Teams aus der Pfalz heran.
Knapp an seine Bestzeit über 200 Meter kam Aschraf Ali-Ouro-Bossi in Ludwigshafen als Teil des Teams aus der Pfalz heran.

Der 16-jährige Aschraf Ali-Ouro-Bossi vom LC Haßloch hat nach jüngsten erfolgen ein Ziel. Er will die Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften im Sommer schaffen.

Zwei Starts für die U18-Mannschaft des Leichtathletik-Verbandes Pfalz beim Länder-Vergleichskampf mit dem Saarland und Baden hat Aschraf Ali-Ouro-Bossi zuletzt absolviert. Über 200 Meter lief der 16-Jährige zunächst mit 24,09 Sekunden nahe an die Bestzeit heran. Als Höhepunkt sicherte er als Schlussläufer zusammen mit seinen Staffelkameraden mit dem überlegenen Sieg über 4 x 200 Meter auch den Erfolg des LVP in dieser Altersklasse. Und das mit einem Handicap, denn die Regenerationszeit zwischen den beiden Rennen war kurz, und im Fastenmonat Ramadan ist einem gläubigen Muslim die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme von Sonnenauf- bis -Untergang eigentlich verboten. Drohen körperliche Schäden, sind Ausnahmen aber erlaubt, was Ali-Ouro-Bossi zu einer kurzfristigen Unterbrechung des Fastens nutzt und an seiner Wasserflasche nippt.

„Quali traue ich mir zu“

Locker gibt sich der in Haßloch geborene Sohn einer aus Togo nach Deutschland gekommenen Familie im Gespräch zwischen beiden Rennen. Im Alter von einem Jahr zog seine Familie von Haßloch nach Neustadt um, wo er heute die 11. Klasse des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums besucht. Lieblingsfach? „Natürlich Sport, und auch Biologie mag ich gerne.“ Neben Sport hat Ali-Ouro-Bossi als Leistungsfächer Englisch und Chemie gewählt. Nach dem Abitur ist ein duales Studium geplant, „aber in welche Richtung es genau gehen soll weiß ich noch nicht“.

Etwas konkreter sind seine sportlichen Pläne für die nächsten Monate. In St. Wendel sind Ende Juni die Süddeutschen Meisterschaften der U18 zusammen mit den Titelkämpfen der Männer und Frauen. Genau dorthin will der Nachwuchsathlet. „Die Qualifikation traue ich mir zu“, sagt Ali-Ouro-Bossi. Mit einer Steigerung seiner Hallenbestzeit über 60 Meter auf 7,57 Sekunden bei den Pfalzmeisterschaften hat er gezeigt, dass der Plan durchaus umsetzbar ist. Seinen im Vorjahr in Heidelberg markierten persönlichen 100-Meter-Rekord von 12,17 Sekunden muss er allerdings noch deutlich unter die 12-Sekunden-Marke drücken, soll die Teilnahme an den Meisterschaften im Saarland Realität werden.

Potenzial noch ungenutzt

Zuversichtlich gibt sich hinsichtlich weiterer Verbesserungen sein Trainer Rainer Sölter. Zum einen gehe sein Schützling noch nicht mit optimalem Material an den Start, da noch das Gefühl für die Bewegung in Sprintspikes fehle. „Aschraf hat grundsätzlich viel Potenzial, aber bei der Lauftechnik gibt es noch viele Punkte zu verbessern“, spricht er den teilweise unzureichenden Armeinsatz an, „aber das bekommen wir ebenso wie bei seinem 13-jährigen Bruder Mabrouk noch hin“.

Erst vor zwei Jahren hat sich der 16-Jährige dem LC Haßloch angeschlossen und damit endgültig für die Leichtathletik entschieden. Seine ersten sportlichen Schritte machte er in den Fußball-Jugendmannschaften des TSV Königsbach. „Ich wurde hauptsächlich im Mittelfeld und Sturm eingesetzt, habe aber auch alle anderen Positionen gespielt und stand dabei auch im Tor“, blickt er auf seine Anfänge zurück. Nach Problemen mit dem Trainerteam in Königsbach war das Kapitel Fußball mit 14 Jahren aber beendet.

Auch Mehrkampf versucht

Über Anfänge beim TV Mußbach kam er dann zum LC Haßloch, bei dem er jetzt zwei- bis dreimal wöchentlich trainiert. „Mein Schwerpunkt liegt klar auf den Strecken zwischen 60 und 200 Metern“, sagt er. Noch im Vorjahr machte er einen Abstecher ins Lager der Mehrkämpfer. Mit 2235 Punkten belegte er letztlich Platz 8 im Fünfkampf der U18 und lief dabei eine durchaus beachtliche 400-Meter-Zeit von 58,77 Sekunden. Dagegen ließ er vor allem Punkte im Hoch- und Weitsprung liegen.

In seiner Freizeit bleibt neben Schule und Sport wenig Zeit für andere Hobbys. Eines fällt ihm nach etwas Überlegen ein. „Ich treffe mich gerne mit meinem besten Kumpel Linus Valnion zum Zocken“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Mit dem Sprinter und Hürdenläufer der TSG Deidesheim misst er sich dabei an der Konsole nicht nur mit einem Spielpartner, sondern einem als deutscher Jugendmeister bereits erfolgreichen Leichtathleten.

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