Neustadt Laufen nach Plan, Qual am Reck
Hassloch. Der Haßlocher Emil Leibrock „rockt“ die Mittelstrecken seiner Altersklasse U18 pfalzweit. In der Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für 2016 rangiert er über 1500 Meter mit 4:09,87 Minuten auf Rang 31. Über 3000 Meter liegt er mit 9:16 Minuten auf Rang 46 in der Hitliste der besten 50 Leichtathleten der 16- und 17-Jährigen.
Seit 2012 trainiert Leibrock beim LC Haßloch. Zunächst spielte er Tennis und Volleyball, suchte dann jedoch die Vielseitigkeit der Leichtathletik. Doch rasch kristallisierte sich heraus, dass ihn das längere Laufen mehr interessiert als der kurze Sprint. „Wir hatten damals einen Stadioncross, der mir großen Spaß machte“, erinnert er sich an seine Anfänge. Seine Trainingspläne schreibt Peter Koch, der neben Leibrock noch Reuben Kunitz und Philipp Baron betreut. Um einen größeren Kreis an Mitläufern zu haben, fährt Leibrock inzwischen auch regelmäßig zur Trainingsgruppe „Engelhorn Sports Running Team“ nach Heidelberg. „Dort sind 30 Läufer dabei und viele bewegen sich dann auch in meinem Zeitrahmen. Davon profitiere ich natürlich“, erklärt Leibrock. Gestartet wird bei offiziellen Wettkämpfen aber immer noch im Team des LC Haßloch und das soll auch so bleiben. „Nur bei Volksläufen trete ich dann im Trikot des Running Teams an“, so Leibrock. Sein Ziel ist natürlich im nächsten Jahr eine Steigerung. Im Januar wird Leibrock 18 Jahre alt und ist dann auch nicht mehr auf „Mamas oder Papas Taxi“ angewiesen. Denn trotz „Führerschein ab 17“, muss er bis zur Volljährigkeit immer noch eine erwachsene Begleitperson, die auf seinem Führerschein extra eingetragen ist, auf dem Beifahrersitz neben sich sitzen haben. „Nach Heidelberg im Berufsverkehr zu fahren, ist schon ziemlich stressig“, betont er. Daher trifft er sich auch nur einmal pro Woche mit der großen Gruppe. Zumal er donnerstags am Neustadter Leibniz-Gymnasium bereits im Schulsport gefordert ist. Sport ist bei ihm Leistungsfach. Neben vier Sportstunden wöchentlich muss er auch drei Stunden Theorie Pauken. „Viele denken zwar, Sport wäre ein lockerer Leistungskurs, aber das Gegenteil ist der Fall“, erklärt er. So geht es schließlich in ganz unterschiedliche Sportbereiche. Jeweils pro Halbjahr werden in den 2,5 Oberstufen-Jahren insgesamt fünf Bereiche abgehandelt. Zunächst allgemeine Fitness, dann folgt Leichtathletik-Vierkampf mit Sprint, Weit- oder Hochsprung, 1000 Meter oder 3000 Meter Lauf und eine Wahldisziplin aus dem Bereich Wurf mit Kugelstoßen, Speer oder Diskus. Momentan quält sich Leibrock im Bereich „Kunstturnen“. Hier muss er eine Übung im Sprung und am Reck absolvieren. „Das ist das schmerzhafteste, am Reck zu turnen“, stöhnt der vielseitige Sportler. Doch er ist ein guter Schüler, sein Notendurchschnitt bewegt sich bei 1,5. Momentan macht sich der Zwölftklässler noch keine Gedanken, welche Richtung er nach dem Abitur einschlagen wird und hat keine Ideen für seine Berufswahl. Konkreter sind da seine Vorstellungen für das kommende Läuferjahr. „Ich möchte mich über 800 Meter unter die Zwei-Minuten Grenze schieben und strebe über 1500 Meter 4:05 Minuten an. Das würde LCH-Vereinsrekord und auch die Norm für die Deutsche Meisterschaften bedeuten.“ Leibrock wird sich weiterhin auf die kürzeren Strecken konzentrieren, zumal beim Wechsel in die nächste Altersklasse U20 auf der Bahn die noch längeren 5000 Meter offiziell gelaufen werden müssen. „Für Halbmarathon und Marathon müsste ich fast das doppelte an Trainingskilometern machen“, weiß er. Momentan kommen bei einem Ruhetag in der Woche rund 50 Kilometer zusammen. Er sagt: „Da bleibt keine Zeit für weitere Hobbys.“ Sein Rezept zur Leistungssteigerung: „Die Umfänge erhöhen und gesunde Ernährung.“ So verzichtet er auf Fast-Food und isst vor Wettkämpfen Dinkel-Nudeln, trinkt Rote-Beete-Saft. Auch Thymian-Tee hilft ihm gegen den rauen Hals bei Läufen im Freien. Leibrock liebt die Abwechslung mit Wettkämpfen im Crosslauf, Bahnmeisterschaften und Volksläufen. Daher misst er sich im Spätherbst gerne mit der deutschen Laufelite bei den Crossläufen in Pforzheim und Darmstadt. In Pforzheim belegte er über 4800 Meter Platz 13, in Darmstadt erreichte er über 4200 Meter Rang 17 unter 30 Startern seiner Altersklasse. So tankt er Kraft, um im nächsten Jahr auch in der Altersklasse U20 in die Bestenlisten zu laufen. Mehr im Text unten auf dieser Seite |kle