Neustadt „Langweilig ist es nie“

Esther Voigt (vorne) trainiert die Gruppe.
Esther Voigt (vorne) trainiert die Gruppe.

Sport und Bewegung tragen für Diabetiker wesentlich dazu bei, gesund zu bleiben und Folgekrankheiten zu vermeiden. Regelmäßiges Training baut Stress ab, es erhöht die Lebensfreude, kann sogar bewirken, dass weniger Medikamente gebraucht werden. Und es steigert die körperliche und geistige Beweglichkeit sowie Ausdauer.

Das können die rund zehn Teilnehmer der Diabetikersportgruppe Meckenheim mit einem glaubhaften „Wir sind durchtrainiert“ nur bestätigen. Sie treffen sich zum Teil schon seit Jahren regelmäßig mit ihrer Übungsleiterin Esther Voigt. Sie kommen aus Meckenheim, aus Deidesheim, Niederkirchen, Hochdorf, Rödersheim, Dannstadt und Lachen-Speyerdorf. Einige sind auf Anraten ihres Arztes dabei, andere vor Jahren über einen Bericht in der RHEINPFALZ beziehungsweise durch eine Veröffentlichung in einem Amtsblatt dazugestoßen. Zusammenhalt gibt der Gruppe nicht nur die Freude an der Bewegung, auch das gemeinsame Schicksal schweißt sie zusammen. Und „nicht zuletzt spielt auch das gesellschaftliche Miteinander eine große Rolle“, sagt Übungsleiterin Esther Voigt. Die gelernte Krankenschwester und Diabetesassistentin, ebenso wie ihre rechte Hand Andrea Diehlmann – auch sie ist Diabetesassistentin – achten streng darauf, dass die Kursteilnehmer jeweils vor und nach dem Sport Puls, Blutdruck und Blutzucker messen. Die Sportler haben damit ein sofort messbares Erfolgserlebnis, denn „der Zuckerwert geht normalerweise um einiges herunter“, haben sie festgestellt. Beim Training geht es zwar spielerisch zu, „wir werden aber auch ganz schön gefordert“, sagt eine Teilnehmerin. „Und das Schöne ist: Wir machen jedes Mal etwas anderes“, ergänzt ein weiterer Teilnehmer. „Mal trainieren wir mir Bändern, mal mit Seilen, mit Brasils, Ringen oder Bällen“. Nein, „langweilig ist es nie“, sind sich alle einig. Die Übungen trainieren Herz und Kreislauf, stärken die Muskeln, fördern die Ausdauer. Es gibt zudem sehr viele Partnerübungen, und Esther Voigt fordert und fördert die Teilnehmer immer auch mit Training fürs Gehirn in Verbindung mit Bewegung. Besonders wirkungsvoll und hilfreich ist es natürlich, wenn die Übungen auch daheim weitergeführt werden. Ja, das machen sie auch, bestätigen die Teilnehmer, „wenn auch nicht 90 Minuten am Stück wie in der Gruppe. Gemeinsam macht es einfach mehr Spaß“. „Wir sind auch eine nette Gruppe“, fasst Norbert Rohr zusammen. „Da gibt es keine Hemmschwellen“, bestätigt Lydia Rößler. Die Gruppenmitglieder tauschen sich auch über ihre Erkrankung aus, über Medikamente und die Ernährung, denn „auch die Ernährungsumstellung und das Vermeiden oder Reduzieren von Übergewicht gehören bei Diabetikern mit zur Therapie“, bestätigen Esther Voigt und Andrea Diehlmann. Alle in der Gruppe nehmen den Diabetikersport sehr ernst. Auf diese Feststellung legen sie Wert. „Wir sind immer darauf bedacht, dass wir dabei sind, auch während der Ferien. Nein, geschwänzt wird nicht.“ Schließlich geht es vor allem auch darum, Folgeerkrankungen vorzubeugen und die Dosierung von Medikamenten mit Sport und angepasster Ernährung so niedrig wie möglich zu halten. Kinder von Traurigkeit sind die Mitglieder der Diabetikersportgruppe nicht. Im Gegenteil, der Sport wirkt sich nicht nur positiv auf ihre Gesundheit aus, er steigert auch ihre Lebensqualität und Lebensfreude. Einmal im Jahr gehen alle zusammen zum Kegeln, im Advent genießen sie gemeinsam einen vorweihnachtlichen Brunch. Manche bekochen sich gegenseitig, anderen treffen sich zum Walken. Noch Fragen? Die Diabetikersportgruppe Meckenheim trifft sich dienstags von 10 bis 11.30 Uhr in der Verbandsgemeinde-Turnhalle Meckenheim . Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Antragsformular auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport Nr. 56. Dieses wird vom Hausarzt ausgefüllt und muss von der Krankenkasse genehmigt werden. Informationen bei Übungsleiterin Esther Voigt, Telefon 06326/234.

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