Leichtathletik
Landesmeisterschaften: Fünf Medaillen gehen nach Neustadt
Fast im Dauereinsatz war bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Konz in der Nähe von Trier Constantin Rau von der TSG Neustadt. Gleich zu Beginn stellte Rau mit einer persönlichen Bestzeit von 11,70 Sekunden im 100-Meter-Vorlauf der Klasse U18 seine gute Form unter Beweis. Im Finale eroberte er in 11,88 Sekunden im Kurzsprint den Titel des Landes-Vizemeisters.
Das sollte nicht seine letzte Silbermedaille an diesem Tag bleiben. Im Weitsprung wurde Raus dritter Versuch mit bisher von ihm noch nicht erreichten 5,95 Metern gemessen. Das bescherte ihm Platz zwei hinter dem Nußdorfer Konstantin Kugler mit einer Sprungweite von 6,18 Metern. Ebenfalls eine persönliche Bestleistung erreichte sein Vereinskamerad und Bruder Julius Rau, der mit 5,57 Metern Vierter wurde.
Spannendes Duell beim Hochsprung
So weit wie noch nie sprang im Wettbewerb der Männer auch Patrick Frey von der TSG Neustadt. Lange auf Platz zwei hinter dem im Verlauf des Wettbewerbs ausgeschiedenen 7-Meter-Springer Robin Franz (LG Rhein-Wied) liegend, steigerte er sich am Ende auf 6,32 Meter und durfte eine Goldmedaille entgegennehmen. „Er gehört noch der U20 an und wir haben den Wettkampf eigentlich mehr als Training angesehen. Diesmal hat bei ihm aber im besten Versuch alles gepasst“, sagte TSG-Abteilungsleiterin Gabi Geiger zum Weitsprungsieg ihres Athleten.
Spannend verlief auch der Hochsprung, bei dem Constantin Rau und Moritz Kößler (LTV Bad Dürkheim) ins Duell gingen. Nach einem Fehlversuch des Konkurrenten hatte Rau bis zu einer Höhe von 1,70 Meter die Nase leicht vorne. Er blieb dann aber bei 1,74 Meter hängen, während Kößler sich auf 1,82 Meter steigerte und sich den Titel sicherte. Im vierten Anlauf durfte Constantin Rau aber dann doch auf das nächste Treppchen steigen. Im Speerwerfen setzte er sich um mehr als fünf Meter von der Konkurrenz ab und wurde Landesmeister der U18 mit 45,34 Metern.
Qualifikation für die süddeutschen Meisterschaften
Zusammen mit Silas Zanken, Julius Rau und Clemens Gärtner bestritt Constantin Rau auch die 4x100-Meter-Staffel. Das TSG-Quartett qualifizierte sich mit Platz sechs und der Zeit von 46,70 Sekunden für die süddeutschen Meisterschaften, bei denen die Geschwister laut Gabi Geiger nicht an den Start gehen werden: „Die Brüder Rau gehen für die nächsten zehn Wochen zu einem Austausch nach Peru und stehen daher nicht zur Verfügung. Und auch unsere Trainingssituation ist wegen der Stadionrenovierung momentan nicht optimal. Umso erfreulicher sind die guten Ergebnisse in Konz.“
Für die Deidesheimer Starter in den 4x100-Meter-Staffeln der StG Nußdorf-Germersheim-Deidesheim ging in diesem Rennen die Post ab. Schon nach den Vorleistungen galt die Erstvertretung in der U18-Klasse als Mitfavorit auf den Titel. Hendrik Lindemann und Linus Valnion wurden diesen Vorschusslorbeeren eindrucksvoll gerecht und zusammen mit Konstantin Kugler (TV Nußdorf) und Constantin Reiß (TS Germersheim) in 42,76 Sekunden mit großem Vorsprung zum USC Mainz Rheinland-Pfalz-Meister. Das Quartett konnte zudem den zwölf Jahre alten Rheinland-Pfalz-Rekord verbessern und sich in der deutschen Jahresbestenliste der U18 auf Platz drei schieben.
Auf Anhieb zum Vizemeister
„Die Staffelübergaben waren noch verbesserungsfähig. Daher ist noch Luft nach oben“, kommentierte Trainer Sebastian Groß den Auftritt. Simon Oehl und Lucas Klarmann (beide TSG Deidesheim) liefen zusammen mit Luca Andres und Clemens Pfad (beide TV Nußdorf) in 45,95 Sekunden auf Platz fünf.
„Sie haben damit ebenfalls die Norm geschafft und wir planen deshalb mit zwei Staffeln bei den süddeutschen Meisterschaften zu laufen“, erklärte Sebastian Groß, der sich auch über den überraschenden Sieg der Männerstaffel der Startgemeinschaft und die Leistungen seiner Schützlinge in den Einzelrennen erfreut zeigte.
So erlief Hendrik Lindemann in seinem ersten 400-Meter-Rennen auf Anhieb in 52,90 Sekunden die Vizemeisterschaft. Auf Platz eins schaffte es Clemens Pfadt mit 52,11 Sekunden. Ihre Bestzeiten um jeweils rund eine Sekunde verbessert haben Simon Oehl (54,28 Sekunden/Platz sechs) und Lucas Klarmann (57,94 Sekunden/Platz neun). Den dritten Platz im B-Finale über 100 Meter und damit auf Gesamtplatz elf sicherte sich mit 13,50 Sekunden die als U16-Athletin in die U18 aufgerückte Sofia Lopez-Moritz (TSG Deidesheim).
Kämpferische Leistung der Frauen
Die 4x100-Meter-Staffel stand auch im Mittelpunkt für Gina Felden und Franziska Böger vom TV Gimmeldingen, die beide ihr erstes Jahr in der U20 bestreiten und im Quartett der StG Rhein-Pfalz bei den Frauen starteten. „Sie waren zunächst enttäuscht, weil die beiden besten Athletinnen der Staffel nicht starten konnten und eine weitere in Frage kommende Sprinterin durch ihren Trainer nicht informiert wurde“, erklärte Trainer Lothar Spilke. Mit zwei Ersatzläuferinnen aus Germersheim sei das Ziel, zusätzlich zur bereits vorhandenen Qualifikation für die U20-DM (49,42 Sekunden Anfang Mai in Bad Bergzabern) auch noch die Norm für die U23-DM (49,00 Sekunden) zu laufen, nicht erreichbar gewesen.
Mit einer starken kämpferischen Leistung und guten Wechseln sicherten nach Emma Lechner und Eva Zimpelmann (beide TG Germersheim) Franziska Böger auf Position drei mit einer Aufholjagd und Gina Felden mit einem furiosen Endspurt den in dieser Formation absolut unerwarteten zweiten Platz. Mit nur drei Zehntelsekunden Rückstand holte die Staffel in 51,45 Sekunden die Silbermedaille und unterbot sogar die Norm für die süddeutschen Meisterschaften der Frauen. Zudem wurde Gina Felden im Speerwerfen in einem starken Frauenfeld Sechste mit guten 31,90 m.