Neustadt Land und Leute:
Nach der Meisterschaft ist vor der Meisterschaft – so sieht das auch Markus Badura: Seit er 2014 aus dem Stand den Titel des deutschen Latte-Art-Meisters und ein Jahr später bei der Weltmeisterschaft im schwedischen Göteborg immerhin einen respektablen elften Platz geholt hat, nutzt er beinahe jede Gelegenheit, um seine Milchschaum-Kunst zu perfektionieren. „Trainingslager“ führten Badura, der im Brotberuf im Deidesheimer Weincafé „Kost-Bar“ arbeitet, unter anderem nach Innsbruck und Nürnberg zu Christian Ullrich, dem Weltmeister 2014 und „Barista des Jahres 2015“. Bei der Vorbereitung auf die deutsche Meisterschaft 2016 im November in München stand ihm jüngst der mehrfache irische Latte-Art-Meister Seivijus Matiejunas in Dublin zur Seite: Einige Stunden lang nutzte Badura die Gelegenheit, seine Kreationen zu verfeinern, um seinen Meistertitel erfolgreich verteidigen zu können. Und natürlich auch, um ein Stück Pfalz in die Welt zu tragen – überreichte er doch zum Dank einen Deidesheimer Gäsbock und ein paar Flaschen Riesling. Noch bis 22. November hat Badura noch Zeit, an Schwan, Taube und Co. auf dem Cappuccino zu feilen, bis er sich der Konkurrenz in Bayern stellen wird. Natürlich in der Hoffnung, den Meistertitel erneut nach Deidesheim zu holen. Doch das Spannendste sei für ihn immer, überhaupt dabei zu sein, betont er: „Man lernt immer interessante Leute kennen. Und es macht Spaß, sich dem Wettbewerb zu stellen.“ Dass ihm das zu gelingen scheint, beweist die Auszeichnung „Best Coffee in town“, die ihm seine Stammgäste in der „Kost-Bar“ verliehen haben. Dass Deidesheimer Wein schon bei der Eröffnung des Suez-Kanals getrunken worden ist, darüber staunten die Teilnehmer der „15. Weltkonferenz der Historischen Städte“ in Österreich nicht schlecht, erzählt der Stadtbürgermeister von Deidesheim, Manfred Dörr, jetzt und erinnert sich gerne: Er repräsentierte als einziger Bürgermeister aus ganz Deutschland seine kleine Stadt bei dieser Konferenz in Bad Ischl – Deidesheim hat etwa 4000 Einwohner. Auf der Weltkonferenz hatte er die Möglichkeit, mit dem Bürgermeister aus der japanischen Stadt Kyoto, einer der kulturell wichtigsten Städte Japans mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern, und dem Governor von Luxor, der größten oberägyptischen Stadt mit knapp 500.000 Einwohnern, ins Gespräch zu kommen. Bei den Diskussionen habe er sich „dank seiner Erfahrung im Tourismus aktiv einbringen können“, erzählt er begeistert. Somit konnte „ich den Namen der kleinen Weinstadt bei den Teilnehmern bekannt machen“. Trotz seiner beschaulichen Größe war Deidesheim auf dieser Konferenz keineswegs fehl am Platze. Immerhin kann die Kleinstadt auf eine Geschichte, die bis ins Mittelalter reicht, zurückblicken. Übrigens: Bereits damals wurde in Deidesheim Weinbau betrieben. |hox