Neustadt Land und Leute:

Placeholder-Image

Unbekannte Scherzbolde haben in der Nacht zum 1. Mai die neu errichtete Gabionenwand im Neubaugebiet „Niederkirchen West“ aufs Korn genommen. Das recht trutzig ausgefallene Bauwerk, in nächster Nähe zur Deidesheimer Gemarkungsgrenze, zierte ein Stofftransparent mit aufgemalten Backsteinen die entfernt an das Pink-Floyd-Album „The Wall“ erinnern. Dazu der Spruch: „Eine Mauer haben wir schon!“ Dies jedoch gleich als Bekennerschreiben zu interpretieren, wäre dann doch etwas vorschnell, auch wenn Ortsbürgermeister Josef Seckinger darin eher einen Hexennachtstreich der Deidesheimer sieht. „Die lassen sich jedes Jahr etwas einfallen“, so die lakonische Antwort. Sicher kann man darin schon eine gewisse hämische Anspielung auf die alten Rivalitäten zwischen den beiden Gemeinden erkennen. Schließlich ist das jetzige Deidesheim nur die Ausbausiedlung des älteren Niederkirchen – dem ursprünglichen Deidesheim. Nicht genug, dass sich die neue Ansiedlung den Namen eingeheimste, wurden ihr im Jahr 1395 von König Wenzel auch noch die Stadtrechte verliehen, und aus Niederdeidesheim wurde eben Niederkirchen. Und so ist auch der Spruch „Endlich! Stadtrechte für Niederkirchen!“ auf einem Transparent zu verstehen. Wenn man schon mal so etwas Ähnliches wie eine Stadtmauer hat Aber der Niederkirchener Mauerbau kommt auch in der eigenen Gemeinde nicht so gut an, meint Seckinger. Neben dem zurzeit brach liegenden Neubaugelände wirkt die drei Meter hohe Gabionenwand gewaltig. Ihre Errichtung war allerdings eine Vorgabe im Bebauungsplan für das Neubaugebiet „Niederkirchen West“ und als Umsiedlungsmöglichkeit der vorhandenen Eidechsenpopulation gedacht. Zudem soll die Wand dem Neubaugebiet als Lärmschutz gegenüber dem bestehenden Winzerbetrieb dienen. Bleibt also nun abzuwarten, wie sich die Mauer im Zuge der Bebauung weiter ins Umfeld einpasst. Eine Begutachtung der Gabionenmauer hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Mauereidechsen bereits eingezogen sind. Somit sind wenigstens diese zufrieden und stören sich auch nicht an den noch übrigen Stofffetzen des diesjährigen Niederkirchener Hexennachtstreichs. (vnl) Strahlend blauer Himmel und angenehme Außentemperaturen, die für mediterranes Flair sorgten: Das Wetter spielte mit am vergangenen Wochenende beim „Markt der Genüsse“, der nach jahrelanger Abwesenheit nach Deidesheim zurückgekehrt war. Es war wieder viel los in der Stadt. Einen Wermutstropfen für manchen der gut gelaunten Besucher gab es lediglich durch die Knöllchen, die an parkenden Autos verteilt wurden. Einige Gäste könnten vielleicht nicht wiederkommen, den Äußerungen der betroffenen Autofahrer nach zu urteilen. „Da fahre ich das nächste Mal lieber auf die Märkte in Mußbach oder Freinsheim“, war der erboste Tenor Betroffener angesichts der nicht immer auf den ersten Blick einsehbaren Parkregelung. Bleibt zu hoffen, dass bis nächstes Jahr der Ärger verraucht ist – und die Stadt ihre Schilder besser positioniert. (ain)

x