Neustadt „Lage am Kieselberg optimal“
Nach zehnmonatiger Bauzeit haben die Stadtwerke Deidesheim gestern ihren Wasserhochbehälter am Kieselberg, der traditionellen Weinlage oberhalb von Deidesheim, seiner Bestimmung übergeben. Stadtbürgermeister Manfred Dörr, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, freute sich gemeinsam mit Geschäftsführer Alexander Will, dass sich die Technik des Wasserhochbehälters jetzt auf dem neuesten Stand befindet, und die beiden Trinkwasserkammern den aktuellen hygienischen Ansprüchen genügen. Die gute Nachricht am gestrigen Mittag war nicht nur die Vollendung der Sanierung. Geschäftsführer Will verkündete darüber hinaus, dass trotz der umfangreichen Baumaßnahme die Wassergebühren nicht erhöht werden. Immerhin haben die Stadtwerke in den vergangenen Monaten für die Sanierung des 1970 erbauten Wasserhochbehälters rund 400.000 Euro investiert. „Wir haben zwar noch nicht die Schlussabrechnung, aber wir rechnen mit diesem Betrag“, sagte Will. Die Finanzierung erfolge aus den bisherigen Rücklagen. Der Geschäftsführer, der im Februar 2016 die Nachfolge von Willi Schwindinger antrat, sah die Investition als zwingend notwendig an: „Die Technik war nicht mehr auf dem modernsten Stand und in den beiden Betonkammern, in denen das Trinkwasser gelagert wird, hatten sich erste Risse und Putzablagerungen gebildet. Nach fast 50 Jahren war die Sanierung fällig“, meinte Will. In den beiden Betonkammern unterhalb der Weinberge kann jeweils bis zu 500.000 Liter Trinkwasser eingespeist werden, das selbst bei einem möglichen Stromausfall bergabwärts die Haushalte in Deidesheim mit Trinkwasser versorgen kann. „Der Standort am Kieselberg ist einfach ideal“, waren sich Dörr und Will einig. Bei der Durchführung der notwendigen Arbeiten kam es zu keinen Zwischenstörungen bei der Trinkwasserversorgung. „Die eine Betonkammer war immer gefüllt, so dass in der anderen Kammer die Sanierung erfolgen konnte“, erzählte Will. Die gesamte Sanierung, über deren Baufortschritte sich gestern die zahlreichen Besucher anhand einer Fotodokumentation informieren konnten, wurde erst vor zwei Wochen komplett abgeschlossen. Das Trinkwasser fließt sowohl aus den beiden Brunnen im Mühltal als auch von den beiden unterirdischen Quellen im Benjental in den Wasserhochbehälter am Kieselberg. Die Lage am Kieselberg sei deshalb ideal, weil dort nicht nur die Speicherung möglich ist, sondern auch der hohe Leitungsdruck sichergestellt wird. Jährlich verbrauchen die Haushalte in der Stadt Deidesheim 220.000 Kubikmeter Wasser. Sollte es mal zu einer Knappheit kommen, kann die Stadt im Verbund mit anderen Gemeinden direkt über die Leitung der Stadtwerke Neustadt aus dem Ordenswald weiteres Trinkwasser beziehen. „Diese Möglichkeit nutzen wir nur, um entsprechende Spitzen auszugleichen“, ergänzte Dörr. Wegen der Hitze gebe es aktuell beim Trinkwasser in Deidesheim keine Probleme. „Die Trinkwasserversorgung in Deidesheim ist gesichert. Was uns derzeit etwas Kummer bereiten könnte, wäre ein Druckabfall durch den Wasserverbrauch der Winzer infolge der Hitze“, sagte Dörr. Er appellierte an die Winzer, sich auch einmal selbst Gedanken darüber zu machen, wie diese Problematik gelöst werden könnte. „Mein Wunsch ist es, dass infolge des Klimawandels auch diese Frage für einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt nicht unbeantwortet bleibt“, betonte der Stadtbürgermeister.