Neustadt Lackieranlagenbauer Milag jetzt im Schöntal
Es vergeht kaum ein Monat, ohne neue Mieter für das Gelände der ehemaligen Papierfabrik Hoffmann & Engelmann im Schöntal. 3600 der 23.000 Quadratmeter Industriefläche sind vermietet. Entwickler Wolfgang Kochanek spricht von aktuell 40 Arbeitsplätzen.
Jüngster Mieter: die Milag, ein Hersteller von Lackieranlagen mit Sitz in St. Martin, der mit Büro und Montagehalle von Maikammer umgesiedelt ist. Über 600 Quadratmeter hat die Milag nach Angaben von Geschäftsführer Mico Lazovic angemietet. Der gebürtige Schwabe Lazovic ist seit 25 Jahren in der Branche tätig, seit 18 Jahren an der Weinstraße. Kunden sind Autohäuser, Automobilzulieferer und Maschinenbau-Unternehmen. „Eigentlich jeder, der etwas zu lackieren hat“, so Lazovic, der den Jahresumsatz seiner Firma mit 800.000 bis eine Million Euro angibt. Sechs fest angestellte Mitarbeiter hat die Milag, hinzu kommen immer wieder Leiharbeiter. „Wir entwickeln, produzieren einige Teile selbst und bauen dann bei dem Kunden auf“, beschreibt er die Abläufe. Was für den Umzug nach Neustadt sprach? „Die Flexibilität, die mir Herr Kochanek hier bietet. Ich kann hier jederzeit weitere Büro- und Hallenflächen anmieten. Außerdem ist die Zusammenarbeit sehr unkompliziert“, lobt der Mieter seinen Vermieter. Das sagt auch Nicolo Alaimo, ein Neustadter mit sizilianischen Wurzeln, der für seinen Teppichhandel die 600 Quadratmeter große Bauhaus-Halle gemietet hat. Das Gebäude aus dem Jahr 1926 steht unter Denkmalschutz. Alaimo vertreibt seine Teppiche im Internet über Ebay und Amazon. Die Lieferanten kommen unter anderem aus Belgien. Auch aus Insolvenzmassen bedient er sich. Er hat 25.000 Quadratmeter Teppiche im Schöntal eingelagert, das macht in der Summe etwa 6000 Einzelstücke. Das Geschäft läuft nach eigener Aussage gut. Auch er denkt bereits an eine Erweiterung. Auch Kochanek selbst nutzt mittlerweile weitere Räume. Er verlegt gerade das 3-D-Labor seiner Entwicklungsgesellschaft für Materialforschung aus der Lachener Straße in die Talstraße. In dem Gebäude der ehemaligen Betriebskrankenkasse sind bereits fünf Wohnungen bezogen, drei weitere im Endausbau und bereits vermietet, darunter auch das erste Loft. Eine BASF-Managerin zieht mit ihrer Tochter ein. Trotz sehr hochwertiger Renovierung vermietet Kochanek zu Quadratmeterpreisen von vier bis 6,50 Euro. „Ich muss mit diesem Projekt hier kein Geld verdienen. Das ist mein Hobby. Ich will hier Leute haben, mit denen ich mich verstehe. Es soll Spaß machen, hier zu wohnen“, beschreibt der 61-Jährige sein Konzept. Er merke relativ schnell im ersten Gespräch, ob es passe.