Der Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Lachs oder Himbeere? Rosé liegt im Trend

Ein Blick in den Keller des Weinguts Zeter.
Ein Blick in den Keller des Weinguts Zeter.

Die Provence hat’s vorgemacht: Die Ecke des halbsüßen Frauenweins hat der helle Rote längst verlassen.

Darauf konnte man sich verlassen: Ein Weinkenner, oder wer sich dafür hielt, würde nie einen Rosé bestellen. Solche Weine waren etwas für Leute, die nichts wussten und nichts falsch machen wollten. Preiswert, oft süßlich, typisches Getränk für „Seltentrinker“. Das Image des wegen seiner hübschen Farbe meist in weiße Flaschen gefüllten Weines aus roten Trauben, die vor dem Pressen nur kurz auf der Maische standen, war nicht hoch.

Mit dem weltweiten Erfolg des Rosé de Provence, einem bleich lachsfarbenen, trockenen Wein, der durchaus auch mal mehr als 10 Euro kosten durfte, kam die Wende. Sogar Spanier und Italiener, deren traditionell eher intensiv himbeerfarbene Rosées dazu in Gegensatz standen, legten eine zweite, bleiche Serie im Stil der Provence auf. Weltweit wird heute mehr Rosé verkauft als jemals zuvor.

Farbliche Unterschiede

Da lag es nahe, auch bei Qualität und Anspruch nachzulegen. Inzwischen gibt es Rosés aus Holzfassausbau, von besonderen Böden, aus ungewöhnlichen Rebsorten und mit teurem Marketing. Preise über 20 Euro sind keine Seltenheit mehr. Wer im Gourmetrestaurant Rosé bestellt, wird nicht mehr mitleidig angesehen. Nur beim Stil trockener Rosées gibt es zwei Fraktionen. Ältere Menschen bevorzugen den kräftig himbeerfarbenen Clarete-Rosé, jüngeres Publikum zieht die lachsfarbene, gerne auch etwas säurebetonte Variante vor.

Oliver Zeter hat es sich auch nicht ganz leicht gemacht mit seinem Rosé „Free Run“. Ungewöhnlich ist bereits die Rebsorten-Cuvée, aus denen er entsteht: Cabernet-Franc, Tempranillo und Pinot Noir. Er verwendet – wie der Name sagt – nur frei ablaufenden Most. Davon werden 10 Prozent im gebrauchten Tonneau und 90 Prozent im Edelstahl ausgebaut. Das Ergebnis ist ein sehr frischfruchtiger Wein mit Duft von Himbeeren, Johannisbeeren und etwas Vanille. Keiner dieser bonbonduftigen, sondern ein lebendiger, jugendlicher Wein, der auch im Mund nach frischen Früchten schmeckt.

Der Wein

2021 Free Run Rosé, Weingut Oliver Zeter,

67433 Neustadt-Haardt. Telefon

06321/97 00 933, www.oliver-zeter.de.

Preis: 9,90 Euro ab Weingut.

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