Neustadt
Kulturverein Wespennest sagt alle Termine im ersten Halbjahr ab – bis auf einen
Geplant war zuletzt ohnehin nur noch ein quantitativ deutlich abgespecktes Programm mit nur noch einem Konzert pro Monat – der Start war mit einer Bluessession am 25. Februar geplant. Man müsse jetzt eben darauf hoffen, dass es wenigstens im Sommer wieder einigermaßen gewohnt weitergehen kann, sagt der beim „Wespennest“ für Buchungen verantwortliche Rolf Raule.
Ein kleines Fünkchen Rest-Hoffnung haben die Mitglieder allerdings für das Frühjahr doch noch: Der Auftritt des karibischen Roots-Reggae-Latin-Musikers Wally Warning aus München und seiner Tochter Ami am 23. April im Roxy-Kino steht nach wie vor auf dem Plan, und der Kartenvorverkauf dafür startet am 2. Februar. „No Monkey“-Sänger Warning wäre mit seiner unbeschwerten Art sicher genau der Richtige, um ein wenig Licht in den Corona-Alltag zu bringen.
Sehr enttäuscht zeigt sich Raule darüber, dass das im März geplante Gastspiel des „Trios Farfarello“ nun erneut verschoben werden muss: „Eigentlich hätten die Düsseldorfer Musiker um Teufelsgeiger Mani Neumann schon letzten März hier spielen sollen. Die Band wollte damals mit uns ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Der Gig wurde dann allerdings coronabedingt auf jetzt verschoben und muss nun erneut gecancelt werden“, berichtet Raule. Neumann habe ihm am Telefon erklärt, dass er inzwischen alle „Farfarello“-Termine für das erste Halbjahr 2020 abgesagt habe. Es sei einfach zu anstrengend jeden Tag in Ungewissheit zu sein, ob ein Gig stattfinden kann oder nicht. Derzeit überlege man gemeinsam, den Auftritt im Oktober nachzuholen.
Sicher ist bereits, dass die am 25. Februar geplante Blues-Session mit Kat Baloun, Blues Rudy und Reverend Rusty Stone, die ursprünglich bereits im Dezember angesetzt war, nun irgendwann in der Adventszeit 2021 über die Bühne gehen wird. Komplett gestrichen wurde, genau wie schon im Vorjahr, das Akkordeon-Festival „Akkordeonale“, das von dem in der Pfalz lebenden Niederländer Servais Haanen etabliert wurde und in Neustadt längst zum Pflichttermin für Quetschkommodenliebhaber avanciert ist. Haanen muss daher jetzt im zweiten Jahr praktisch ohne Einnahmen leben. Ein dermaßen aufwendiges Event, an dem Musiker aus der ganzen Welt teilnehmen, lässt sich eben nicht einfach so verschieben. Haanen und das „Wespennest“ teilen also das Schicksal aller, die mit Kultur Geld verdienen oder sich daran erfreuen wollen: Durchhalten, abwarten und auf ein baldiges Ende der Pandemie hoffen, lautet die Devise.