Neustadt Kulturausschuss: Neustadts Rolle in der NS-Zeit im Fokus

Neustadt. Die Stadt Neustadt will in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Publikation auf den Weg bringen, die die spezifische Rolle der Stadt und der hier ansässigen Institutionen in der NS-Zeit aufarbeitet. Dies teilten Kulturdezernent Ingo Röthlingshöfer und Stadtarchivarin Birgit Noack bei der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses mit.
Weitgehende Einigkeit herrschte im Gremium in der Einschätzung, dass diese Aufgabe nicht ohne externe fachwissenschaftliche Begleitung zu leisten sein werde. Erste Gespräche sollten demnächst mit der Uni Mainz geführt werden, so Röthlingshöfer. Allerdings müssten auch lokale Kräfte sowie die Schulen in das Projekt eingebunden werden. Wie vielfach berichtet, hatte Neustadt in der Zeit des Nationalsozialismus als Sitz wichtiger Dienststellen eine zentrale Funktion für das Regime. Auch haben sich ungewöhnlich viele Akten erhalten, die aber bislang noch nicht systematisch ausgewertet wurden. Insgesamt sind im Haushalt für das Projekt in den Jahren 2015, 2016 und 2017 je 15.000 Euro eingeplant. Ein weiterer Punkt war die Nachbesprechung des „Kulturforums“ vom 17. März. Röthlingshöfer hob den „interessanten und spannenden Austausch“ bei diesem Treffen von Neustadter Kulturschaffenden aller Sparten hervor, der unter anderem gezeigt habe, dass die Verwaltung mit ihren Angeboten noch keine ausreichende Transparenz erreicht habe. Man habe sich deshalb intern darauf verständigt, ein Newsletter-Angebot sowie ein Internetarchiv einzurichten. Auch sei die Bildung von Arbeitskreisen zu bestimmten Themen angedacht. Konkrete Pläne gebe es für eine „Wochenende des künstlerischen Nachwuchses“ mit Musik, Schauspiel, bildender Kunst, Poetry Slam von und für junge Leute im Jahr 2016. Auch eine personelle Aufstockung bei der Kulturabteilung sowie Neuregelungen für die Nutzungen städtischer Hallen durch Kulturvereine wurden thematisiert. „Wir werden hier im Ausschuss diskutieren müssen, wie wir bestimmte Ressourcen hauptamtlich zur Verfügung stellen“, sagte der Kulturdezernent. Bei der Hallennutzung strebe man ein Weg von der Einzelfallregelung an. „Ich glaube, wir brauchen da eine politische Initiative“, so Röthlingshöfer. (hpö)