Neustadt Kritik an „Prozess des Aussiebens“

Der Neustadter Innenstadtbeirat will das weitere Vorgehen bei den städtischen Projekten zum Um- und Ausbau der B 39 sowie des Bahnhofsvorplatzes aktiv begleiten. Andreas Böhringer kritisierte in der Beiratssitzung am Dienstagabend, dass die Stadtverwaltung einige mögliche Varianten von vornherein ausschließen will.
und Martina Pauly aus der Abteilung Stadtplanung stellten dem Innenstadtbeirat die Pläne in der Sitzung vor. Wie am Montag berichtet, will die Verwaltung den Teilbereich im Südosten, für den weitgehend Einigkeit bestehe, vorrangig angehen. An der Winzinger Spange würden zwei Varianten der Verkehrsführung bevorzugt verfolgt, und die von der B 39 abgehende Lachener Straße solle zur Einbahnstraße umfunktioniert werden, informierte Adams. Im Gegensatz zum von der Händlergemeinschaft Willkomm bei der Ideenmesse vorgeschlagenen Kreisel sei diese Lösung zügig und kostengünstig umsetzbar, sagte der Stadtplaner und sprach von „mehr Leistungsfähigkeit bei geringeren Kosten“. Noch „kein überzeugendes Konzept und viele konträre Meinungen“ gebe es für den Bahnhofsvorplatz und die dortige Verkehrsführung, informierte Pauly. Die Stadt betrachte den Abschnitt jetzt in zwei Teilbereichen: entlang der Bahn und entlang der B 39. Im letzteren Bereich sei es „eine ganz komplexe Aufgabe, die beste Verkehrsführung herauszufinden“. Viele Varianten seien möglich, man wolle diese nun in einem externen Verfahren von Verkehrsplanern überprüfen lassen. Der Bereich entlang der Bahn könne schneller umgesetzt werden, da es hier aufgrund der Bebauung viel weniger Alternativen gebe. Fehlt noch die Weststadt: Auch hier soll „externer Sachverstand“ genutzt werden, wie Adams sagte. Ein Planungsbüro solle vier Varianten prüfen, ohne eine zu bevorzugen: Einbahnstraßenring, Optimierung des vorhandenen Verkehrsmodells, Begegnungsverkehr in der Amalienstraße, Teilverlegung der B 39 an die Bahntrasse. In den Stadtratssitzungen Ende Mai oder Ende Juni sollen laut Adams Beschlüsse über das weitere Vorgehen in den drei Bereichen (östlicher, westlicher, zentraler Teilbereich der B 39) und über die Vergabe von externen Prüfaufträgen gefasst werden. Böhringer sprach von einem „Prozess des Aussiebens, den wir nicht gesehen haben“. Darüber sei er nicht glücklich: „Wir wollen zumindest die Chance haben, dem Stadtrat vorzuschlagen, die eine oder andere Variante mit in die Prüfung zu nehmen, auch wenn sie vielleicht etwas teurer ist“, sagte der Vorsitzende des SPD-Ortsverbands. Auch Beiratsmitglied Stefan Rouwen, zugleich Sprecher der Bürgerinitiative B 39, mahnte Diskussionsbedarf an. Die an der Ideenmesse beteiligten Bürgerinitiativen B 39 und Neustadt-Plus sowie die Willkomm hätten mittlerweile „einen großen Konsens“ erzielt und sich auf zwei, drei Varianten geeinigt. Diese sollen nun in der nächsten Sitzung des Innenstadtbeirats vorgestellt werden. Adams sagte, er nehme sich gerne Zeit für weitere erklärende Sitzungen. Aber bis Ende Mai oder Ende Juni wolle man „Pflöcke für die Winzinger Spange einschlagen“ und Prüfaufträge für das Bahnhofsumfeld und die Weststadt auf den Weg bringen. Im späteren Verlauf werde es dann eine Präsentation im Saalbau geben, um „in einem offenen Prozess“ zu klären, was funktionieren könnte und was nicht. (ffg)