Neustadt Kritik an geplantem Büro-Neubau

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Die Mußbacher Walcher Recycling GmbH möchte ihre Betriebsstätte in Altdorf, 200 Meter von der Gemarkungsgrenze zu Neustadt, erweitern. Der Ortsbeirat Duttweiler und die Neustadter Stadtplanung sehen die Pläne für ein über 15 Meter hohes Gebäude kritisch.

Die alte Ziegelei südlich von Duttweiler soll erweitert werden. Die Walcher Recycling GmbH, die dort seit Jahren Lehm abbaut sowie eine Erd- und Bauschutt-Recyclinganlage betreibt, möchte in dem Industriegebiet die Gebäude abreißen lassen und ein neues Büro- und Wohngebäude sowie eine Werkstatt errichten. Als Firsthöhe sind 15,50 Meter vorgesehen. Gerhard Syring-Lingenfelder, Ortsvorsteher von Duttweiler, hat „im Grundsatz nichts dagegen, allerdings sind 15 Meter sehr, sehr hoch und prägend für das Landschaftsbild“. Seine Hauptbedenken im Hinblick auf die Staub- und Lärmbelästigung seien durch eine Stellungnahme der Stadt etwas abgemildert. Mit 300 Meter Entfernung zur nächsten Mischnutzung und 500 Meter zur Ortskernlage von Duttweiler seien die Mindestabstände gewahrt. Allerdings müssten bestehende Auflagen auch eingehalten werden. Er beobachte zuweilen Arbeiten auf dem Gelände bis 22 Uhr. Es gebe auf dem Gelände sehr große Mengen von abgelagerten Materialien, die einen erheblichen Eingriff in Natur und Landschaft darstellen würden. Syring-Lingenfelder hat den Eindruck, dass die Altdorfer die Architektenpläne einfach für ihren Bebauungsplanentwurf übernommen haben. Auf die Ablagerungen zielt auch die Stellungnahme der Stadtverwaltung ab, die am Dienstag im Bauausschuss vorgestellt wurde. Neustadt fordert im Bebauungsplan eine maximal zulässige Schutthöhe festzulegen. Außerdem sei die Gebäude-Firsthöhe von 15 Metern nicht akzeptabel. Volker Klein, Chef der Bauverwaltung, sagt: „Das ist so hoch wie fünf Stockwerke.“ Er hält allenfalls zehn Meter für hinnehmbar. Nur Kopfschütteln hat Volker Klein für zwei andere Details des Entwurfs übrig. Vorgesehen ist das Anlegen von Ausgleichsfläche unter anderem auf Mußbacher Gemarkung, nördlich der Bahnlinie Neustadt-Mannheim. Es handelt sich dabei um ein brachliegendes Gelände mit Wildwuchs in Privatbesitz, das von Gärten umgeben ist. Es ist im Neustadter Flächennutzungsplan bisher als Fläche für Freizeit und Erholung ausgewiesen. „Da erlaube ich mir den Hinweis nach Altdorf, dass die Planungshoheit alleine bei der Stadt Neustadt liegt“, so Klein. Eine zweite im Entwurf genannte Ausgleichsfläche liegt in Haßloch. Für ebenso ungewöhnlich hält es Klein, dass das Abwasser über eine private Pumpstation am Ortseingang von Duttweiler in das Kanalnetz des Eigenbetriebs Stadtentsorgung Neustadt (ESN) fließen soll. „Mit dem ESN hat niemand gesprochen. Für Abwasser aus Altdorf ist grundsätzlich die Verbandsgemeinde Edenkoben zuständig“, so Klein. Willi Walcher, Geschäftsführer des Unternehmens, verweist auf Anfrage an seinen Sohn, der das Projekt betreue. Jochen Walcher will sich im Moment nicht öffentlich zu dem Vorhaben äußern: „Da Neustadt sich übergangen fühlt, würde jede Äußerung von mir Öl ins Feuer gießen. Wenn alles spruchreif ist, gebe ich gerne Auskunft.“ Das Thema schlug erst jetzt in Neustadt auf, weil die Ortsgemeinde Altdorf einen Bebauungsplan-Vorentwurf verfasste und über die Verbandsgemeinde Edenkoben den Nachbarn zur Stellungnahme vorlegte. Verbandsbürgermeister Olaf Gouasé will sich zum Verfahren nicht äußern: „Wir sind politisch außen vor. Träger der Bauleitplanung ist die Ortsgemeinde. In einem Bebauungsplanverfahren gibt es viele Beteiligte, die alle um eine Stellungnahme gebeten wurden. Das schaut man sich an, wägt ab und trifft in Altdorf eine Entscheidung.“ Nach Angaben von Altdorfs Ortsbürgermeister Helmut Litty ist die alte Ziegelei im Flächennutzungsplan bereits als Gewerbegebiet ausgewiesen. Für das beabsichtigte Vorhaben müsse aber der Bebauungsplan geändert werden. Konkret will sich Litty erst äußern, wenn er die Neustadter Bedenken schriftlich vorliegen hat, was noch nicht der Fall sei. Neustadts Oberbürgermeister Hans Georg Löffler ist irritiert: „So macht man das nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass Edenkoben und Altdorf das Gespräch suchen.“ Christoph Bachtler, Vertreter der FWG im Bauausschuss, hält die Stellungnahme der Verwaltung für „viel zu friedlich formuliert“. Neustadt tue sich schwer mit jeder Ansiedlung im Außenbereich und solle jetzt zulassen, dass Duttweiler einen solch überdimensionierten Baukörper vor die Nase gesetzt bekomme. |wkr

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