Neustadt Kreis und ADD stehen hinter Schulstandort

Die Realschule plus in Lambrecht kommt in der Regel auf jeweils zwei Klassen pro Jahrgang.
Die Realschule plus in Lambrecht kommt in der Regel auf jeweils zwei Klassen pro Jahrgang.

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) hat gestern vor dem Schulträgerausschuss des Kreises Bad Dürkheim eine Bestandsgarantie für die Realschule plus in Lambrecht abgegeben. Wenn Neustadt weiterhin an keiner Kooperation interessiert sei, werde der Landkreis eine Zusammenarbeit mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) Deidesheim/Wachenheim forcieren.

Den Tagesordnungspunkt hatte die Kreistagsfraktion der Freien Wähler beantragt. Diese fordert seit Jahren Gespräche mit Neustadt, zwecks Gründung eines Schulzweckverbandes für eine gemeinsame IGS mit den Standorten Lambrecht und Neustadt-Böbig. Einen solchen Doppelstandort lehnt die Schulaufsicht allerdings ab, wie sie der Stadt Neustadt mitteilte (wir berichteten). Ihlenfeld sprach sich gestern dafür aus, eine Partnerschule mit Oberstufe zu finden, um den Lambrechter Schülern eine Option aufzuzeigen, wie sie nach der Mittleren Reife auch Abitur machen können. Wenn Neustadt daran kein Interesse habe, könne das auch die IGS Deidesheim/Wachenheim sein. Ziel des Landkreises müsse es auch sein, die Abgänge von Schülern aus dem Lambrechter und dem Elmsteiner Tal zur IGS Enkenbach-Alsenborn oder nach Kaiserslautern zu reduzieren. Ihlenfeld wiederholte seine Gesprächsangebote an Neustadt und machte deutlich, dass eine dortige IGS Auswirkungen auf die Schulstandorte im Landkreis hätte. Deshalb sei eine bessere Abstimmung unbedingt erforderlich. Das sehe auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) so. Die Behörde habe ihm gegenüber klare Signale ausgesendet, dass die Lambrechter Schule nicht in Frage gestellt werde. Eine Fachoberschule sei wegen der Nähe zu Haßloch und Edenkoben aus Sicht des Landes aber nicht möglich. Ihlenfeld hofft, dass nach der Oberbürgermeisterwahl ein Umdenken in Neustadt einsetzt. Das bekräftigte auch Pia Werner von den Grünen: „So lange Neustadt nicht will, machen Kooperationsgespräche für uns keinen Sinn.“ Georg Dumont, Schulleiter der IGS Deidesheim/Wachenheim, erklärte, offen für eine Kooperation mit Lambrecht zu sein. Im Hinblick auf Neustadt sagte er: „Eine IGS dort ist nur möglich, wenn die Stadt den Mut hat, dafür ein Gymnasium aufzugeben.“ Eine Umwandlung der Realschule plus im Böbig in eine IGS dagegen würde gravierende Auswirkungen auf die Schulen im Landkreis haben. Ihlenfeld lobte die Lambrechter Schulleitung, der es durch Profilbildung gelinge, den Schulstandort attraktiv zu halten. „Gerade die Fitnessklassen ziehen viele Schüler aus Neustadt an“, nannte er ein Beispiel.

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