Neustadt
Krönung der Mandelblütenhoheiten: Was dieses Mal anders lief
Die Veranstalter der Krönung, der Verkehrs- und Verschönerungsverein und der Weinbauverein Gimmeldingen, und die bisherige Mandelblütenprinzessin Lucy Krell hätten sich „in gegenseitigem Einvernehmen“ getrennt, sagte Matthias Frey, Vorsitzender des Vereins. Deshalb habe man Maja Nett, die „einen Superjob mache“ und sich mit Gimmeldingen identifiziere, in „die Verlängerung geschickt“, so Frey, der die Krönungsfeier wie immer launig-humorvoll moderierte.
Sie sehe das „als Geschenk“ und habe sich „wirklich darüber gefreut“, sagte die 20-jährige Studentin für das Lehramt an Grundschulen am Rand der Feier. „Es läuft immer ein bissel anders als man denkt“, kommentierte die Hoheit vor den Besuchern in der voll besetzten Halle die Verlängerung. Das Amt sei ihr „eine Herzensangelegenheit“, auch weil man in Gimmeldingen „das Miteinander“ spüre. 1800 Videos und Bilder von den beiden Jahren als Mandelblütenprinzessin und -königin habe sie auf dem Handy, berichtete Nett. Einige präsentierte sie und erklärte: „Jeder Termin war etwas Einzigartiges und Besonderes.“
Termin für Mandelblütenfest noch unklar
Frey erinnerte daran, dass seit mehr als 90 Jahren das Mandelblütenfest gefeiert und seit über 70 Jahren eine Mandelblütenkönigin gekrönt wird. Es sei erfreulich, dass inzwischen in vielen Orten der Mandelblüte gehuldigt werde. „Aber wir sind das Original und bleiben es“, betonte Frey. Dank der Gärtnerei Schupp, die die Bühne mit Mandelblüten frühlingshaft geschmückt hatte, bekamen die Besucher einen Ausblick, wie es in Gimmeldingen bald aussehen wird.
Frey begrüßte Margot Zimmermann, geborene Kiefer, die vor 70 Jahren Mandelblütenkönigin war, „Elmar aus Leutkirch“, seit 19 Jahren Gimmeldinger Ehrenbacchus, und „das Gefolge der Hoheiten“, die dafür sorgen, dass es dem Mandelblüten- und Weinadel an nichts fehlt. „Wenn die Mandeln blühen“, nannte Frey als Termin des Mandelblütenfestes. Zur Not werde die „Landtagswahl verschoben, bei der Landesgartenschau hat das schließlich auch geklappt“, scherzte er.
Statt erneuter Krönung Wurf in die Luft
„Das Amt ist das, was wir daraus machen“, sagte die Pfälzische Weinkönigin Anna Antonia Cölsch. Sie lobte die „authentisch-natürliche Art“ von Nett und empfahl Mandelblütenprinzessin Isabel Zimprich, „offen zu sein und auf Leute zuzugehen“.
Cölsch war es auch, die Zimprich krönte. Nett wurde als Ersatz für eine Krönung von zwei Vertreterinnen des zahlreich erschienenen Weinadels in die Höhe geworfen und alle riefen: „Sie lebe hoch.“ Ortsvorsteher Jens Wacker (SPD) berichtete den Hoheiten von seiner Zeit als Gimmeldinger Bacchus in den Jahren 2009/2010, „dass man nie allein dasteht“, sondern immer von der „Wochenend-Familie“ aller Hoheiten unterstützt wird.
Wie viele Korken sind in der Flasche?
Die 16-jährige Isabel Zimprich, Schülerin des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, verriet, dass sie schon immer Prinzessin werden wollte. Ihre Hobbys sind Sport, Schwimmen, Tanzen und Saxofon spielen.
Mit einem Gimmeldingen-Quiz beteiligten sich die Mandelblütenhoheiten am Programm. Außerdem konnten die Besucher raten, wie viele Korken sich in einer großen Flasche befanden, und dabei etwas gewinnen. Der musikalische Part lag in den Händen des Mandelblüten-Express und des Gimmeldinger Gesangvereins.