Neustadt Kommentar: Röthlingshöfers Probleme

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Die Freien Wähler steigen aus dem Machtspiel um die hauptamtlichen Posten aus und zeigen damit Format.

Es gab Anzeichen, dass die Koalition zwischen CDU und Freien Wählern nach 13 Jahren zu Ende geht. Dass es wirklich so weit kommt, hängt nicht an inhaltlichen Fragen, sondern am Machtpoker um die nächste Oberbürgermeisterwahl 2017. Ingo Röthlingshöfer, der es nie überwunden hat, zweimal parteiintern gegen Hans Georg Löffler den Kürzeren gezogen zu haben, will diesmal frühzeitig die Weichen für seinen Berufstraum stellen. Zumal Brigitte Hayn nicht bereit scheint, für ihn in zwei Jahren das Landtagsmandat aufzugeben. Röthlingshöfer ging wohl davon aus, dass die FWG mitmacht, um ihren Beigeordneten Georg Krist in drei Jahren nicht zu verlieren. Marc Weigel soll er dafür sogar einen hauptamtlichen Beigeordnetenposten angeboten haben. Doch die FWG macht da nicht mit, zieht lieber in die Opposition und zeigt damit Format. Den einzigen Vorwurf, den man den Freien Wählern machen kann: Warum haben sie die inhaltliche Kritik an dem schlechten Klima im Stadtvorstand nicht vor der Kommunalwahl angesprochen? Warum hat Marc Weigel in Sachen Herrenhof stets still gehalten? Da war die FWG nämlich wirklich zu loyal gegenüber dem langjährigen Partner. Ingo Röthlingshöfer steht jetzt vor drei Problemen. Die möglichen Koalitionspartner SPD, FDP und Grüne können den Preis für eine künftige Zusammenarbeit sehr hoch treiben. Die CDU muss vor ihren eigenen Mitgliedern das schlechte Verhältnis zwischen Oberbürgermeister und Bürgermeister endlich mal ausdiskutieren. Und Ingo Röthlingshöfer kann damit rechnen, dass Marc Weigel aus der Opposition heraus 2017 ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des Oberbürgermeisters sein kann.

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