Neustadt Kluge Gedanken bei offenem Fenster

Bruno Limbeck ist Diplomingenieur für Elektrotechnik. In den 19 Jahren, in denen der 63-Jährige Geschäftsführer der Stadtwerke Lambrecht war, war er außerdem Architekt, Kaufmann, Psychologe, Hausmeister und Jurist.
All dies müsse man in dieser Position ein bisschen sein, berichtete Stefan Herter, Vorsitzender des Personalrats, bei der Verabschiedung von Limbeck, der in den Ruhestand geht. Am 1. Januar 1996 war Limbeck, Geschäftsführer der Stadtwerke Lambrecht GmbH geworden. „Ich wollte damals Geschäftsführer eines Werks werden, und Lambrecht hatte genau die richtige Größe, da kann und muss man vieles entscheiden“, berichtete er. Nachdem er auf dem zweiten Bildungsweg Abitur gemacht und in Karlsruhe Elektrotechnik studierte, hatte Limbeck bei BBC und Rheinelektra und von 1988 bis 1996 bei den Stadtwerken Viernheim gearbeitet. Die Verbandsgemeinde Lambrecht kannte er nur von Wanderungen. Doch bei seinem Vorstellungsgespräch habe er unter anderem mit seinen Kenntnissen über die Stadtwerke Lambrecht überzeugt, verriet der frühere Lambrechter Stadtbürgermeister Michael Stöhr. Es sei Limbeck zu verdanken, dass die Stadtwerke Lambrecht den Weg vom Monopolisten zum freien Markt im Bereich Strom und Gas bewältigt haben und heute gut da stehen, waren sich Balthasar Weitzel, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke, der Lambrechter Stadtbürgermeister Karl-Günter Müller, Herter und der neue Geschäftsführer Michael Frech einig. Limbeck sei mit seiner Verantwortung als Geschäftsführer bewusst umgegangen und habe keine unüberlegten Schnellschüsse gemacht, lobte Herter. Er sei stolz darauf, dass es die Stadtwerke Lambrecht trotz der großen Veränderungen auf dem Energiemarkt „immer noch gibt und dass wir ordentlich dastehen“, bekannte Limbeck. Das sei stark den Mitarbeitern zu verdanken. Weitzel verwies darauf, dass Limbeck die nicht einfache Aufgabe das „zersiedelte Gebiet der Verbandsgemeinde Lambrecht“ mit Strom, Gas und Wasser zu versorgen, mit „durchdachter Planung und reiflicher Überlegung“ bewältigt habe. Diese Überlegungen habe Limbeck am liebsten bei abgedrehter Heizung und offenem Fenster angestellt, wie Frech in den drei Monaten der Einarbeitung durch seinen Vorgänger festgestellt hat. Stadtbürgermeister Müller erinnerte daran, dass in der Zeit der Tätigkeit von Limbeck viele wichtige Entscheidungen gefallen seien. Frech listete diese „Meilensteine“ von der Übernahme der Betriebsführung für das Wasserwerk der Verbandsgemeinde im Jahr 1996 bis zum Dienstleistungsvertrag mit den Stadtwerken Neustadt 2014 auf. Zudem sei es Limbeck gelungen „einen guten Draht zu unseren Kunden“ zu haben, lobte Weitzel. Der 63-Jährige gestand, dass es ihn mit „Wehmut erfülle, zukünftig nicht mehr aktiv mitgestalten zu können“. Er hat erst einmal keine Pläne, will „die Seele baumeln lassen“, wandern und reisen. Fest eingeplant sind häufige Kurzreisen von Viernheim nach Lambrecht, denn „auch als Badenser“ habe er hier viele Freunde gefunden. Bei diesen Besuchen wird er mit seinem Freund Michael Stöhr öfter mal „strampeln gehen“, sprich Mountainbike fahren. So wie sie es in den vergangenen Jahren nach Besprechungen und Sitzungen des Aufsichtsrats oft getan haben. Dass im Aufsichtsrat „immer die Politik außen vor blieb und ich mit allen Fraktionen gut reden konnte“, hat Limbeck stets besonders gefallen. (ann)