Neustadt
Klimaschutzberater in Gimmeldinger Weingut
Zum Auftakt besuchte der Energieberater Christian Persohn von der gleichnamigen Ingenieur- und Gutachtergesellschaft in Kaiserslautern mit der Beigeordneten Waltraud Blarr das Weingut Peter Stolleis in Gimmeldingen. Er wurde von der Energieagentur mit dem Rundgang durch den Betrieb beauftragt, Einsparpotenziale beim Energieverbrauch aufzuzeigen. Und die fand er, obwohl das Weingut schon einiges in Sachen Klimaschutz unternommen hat.
So habe er in der Vergangenheit bereits eine Holzpellets-Heizung und eine Solaranlage installiert, Regenwasser werde gesammelt und für die Gartenbewässerung verwendet, erklärte Seniorchef Peter Stolleis, der den Betrieb in der elften Generation leitet. Mit seinem Sohn Hans-Christoph bereitet er derzeit die Umstellung auf die Bio-Zertifizierung des Weinguts vor.
Neue Isolierung für Flaschenlager
Die Photovoltaikanlage könne mit modernerer Technik auch um den nördlichen Teil des Dachs erweitert werden, war einer der Ratschläge Persohns – eine Maßnahme, die die Familie Stolleis mittelfristig angehen will. Kurzfristig umsetzbar seien einige Vorschläge zur Kühlung des Flaschenlagers im Sommer: Isolierungsarbeiten an Türen und Toren würden helfen, die Wärme draußen zu halten und so Kühlenergie einzusparen. Und auch beim Thema Beleuchtung sah der Energieberater Sparpotenzial.
Seit die Karawane 2017 erstmals losgezogen ist, seien etwa 50 Unternehmen beraten worden. Pro Betrieb seien danach im Durchschnitt 2,5 Maßnahmen umgesetzt worden, sagt Marcel Schwill, Klimaschutzmanager der Stadt Neustadt. „Die Berater finden immer etwas“, betonte er. Beispielsweise lasse sich durch die Umstellung der Beleuchtung auf LED in der Regel eine Ersparnis von bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs erzielen. Auch bei der Heizung von Büro- und Betriebsgebäuden könne nach einem Austausch des Kessels bis zu 30 Prozent Energie gespart werden, was sich nicht nur positiv auf die Betriebskosten, sondern auch auf die Klimabilanz auswirke. „Für etliche der Maßnahmen gibt es auch Fördergelder“, betonte Persohn. „Gerade in der jetzigen Situation hoffen wir, dass die Unternehmen hierdurch ihre Kostenstruktur verbessern können und somit gestärkt aus der Corona-Pandemie hervorgehen“, so Schwill.
Erwartungen übertroffen
„Ich bin mit hohen Erwartungen an die Sache herangegangen, und sie wurden übertroffen“, sagte Juniorchef Hans-Christoph Stolleis nach dem Besuch der Energiekarawane zufrieden. Kleinere Arbeiten wolle er unmittelbar umsetzen, die kostenintensiveren Vorschläge der Beratung wolle er noch gegenrechnen.
In Neustadt haben sich laut Schwill bislang vier Betriebe für einen Besuch der Karawane angemeldet. Weitere Termine können bei der Energieagentur, Telefon 0631/34371-125, vereinbart werden.