Neustadt „Klemmhof wäre gute Lösung“
Auf der Suche nach einem neuen Zuhause für das Mehrgenerationenhaus hat die Stadt eine Idee entwickelt. Die Einrichtung könnte in den Klemmhof umziehen. Damit wäre gleichzeitig eine Lösung für die Belebung der Problemimmobilie gefunden.
„öffentliches Wohnzimmer“ ist seit September ein Provisorium. Das Mehrgenerationenhaus (MGH), das viele Jahre in der von-Hartmannstraße untergebracht war, musste ausziehen, als die Stadt das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft benötigte. Als Ausweichquartier wurde der frühere Schülertreff am Alten Viehberg bezogen. Dort gibt es allerdings nur einen einzigen Raum, Parallelangebote sind nicht möglich. „Das Angebot, das früher aus rund 70 offenen Treffs bestand, musste um etwa ein Drittel gekürzt werden“, sagt Annette Sperlich, Leiterin der Einrichtung. Jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels. Nach Gesprächen mit den Haupteigentümern des Klemmhofs, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und der Sparkasse, sowie mit Vertretern der Stadtratsfraktionen glaubt Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU), dass die Chancen für einen Umzug in die frühere Einkaufspassage recht gut sind. So könnte der Klemmhof auch wieder belebt werden. Der Bürgermeister hofft, bis Mitte des Jahres alle noch offenen Fragen klären zu können. Wenn bis dahin ein Beschluss gefasst sei, könnte ein Umzugstermin für Mitte 2017 angepeilt werden. Für den Klemmhof sprechen nach Meinung Röthlingshöfers sowohl die Lage als auch die barrierefreie Zugänglichkeit. Außerdem: „In den Klemmhof fließen ohnehin Millionen an Steuergeldern. Mit dem Mehrgenerationenhaus würde dafür zumindest ein gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen.“ Röthlingshöfer kann sich auch vorstellen, zusätzlich zu den offenen Treffs einen Servicestützpunkt Pflege im Klemmhof aufzubauen – ähnlich dem Pilotprojekt „Wohnen und leben im Alter“, das in Branchweiler starten soll. Auch die Kombination mit einem Existenzgründerzentrum, das schon mal in die Diskussion gebracht worden ist, sei denkbar. Bei der Finanzierung geht Röthlingshöfer davon aus, dass es Investitionszuschüsse aus Mainz geben wird. Für die Mehrgenerationenhäuser gibt es außerdem Bundesmittel. Schon bisher hat die Stadt jährlich einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro aus Berlin bekommen. Jetzt gibt es ein neues Bundesprogramm, für das im April das Bewerbungsverfahren beginnt. Voraussetzung sei jedoch, dass das Angebot nicht zurückgefahren werde, sagte MGH-Leiterin Sperlich. Auch für die Mitarbeiter sei es wichtig, eine Perspektive zu haben. Die Angebote des Mehrgenerationenhauses werden zum großen Teil von ehrenamtlichen Kräften getragen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter haben sich im September zusammengetan und unter dem Namen „Stark für das MGH Neustadt“ eine Projektgruppe gebildet. Diese hat mit einer Anfrage an den Stadtrat die Initiative für eine Intensivierung der Suche nach einem neuen Standort ergriffen. Denn nach fünf Monaten sei klar, dass der Standort am Viehberg keine Dauerlösung sei. Der Klemmhof wäre der Projektgruppe zufolge eine gute Lösung.