Wochenspiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Klemmhof-Parkhaus: Hürden für Neustadt-Anfänger

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Gegenwind muss ein Journalist aushalten, das gehört dazu. Zum Start als neuer Leiter der RHEINPFALZ-Lokalredaktion gab es in Neustadt für mich einiges an Gegenwind, aber im wörtlichen Sinne. Diese ungemütliche Seite des Winters war also keine große Hürde, anders als ... aber dazu gleich mehr.

Im krassen Gegensatz zum Wetter war der Empfang in Neustadt ansonsten überaus freundlich. Viele nette Menschen haben mich begrüßt und mir gute Wünsche mit auf den Weg gegeben. Es ist dieser direkte Kontakt zu den Leuten, der den Beruf des Lokalredakteurs ausmacht. In den vergangenen Jahren habe ich mich bei der RHEINPFALZ um bundes- oder gar weltpolitische Themen gekümmert, mit den Protagonisten meiner Texte hatte ich da zwangsläufig oft nur per Telefon Kontakt. Auch da lag das Augenmerk natürlich darauf, wie sich Entscheidungen etwa in Berlin auf die Menschen in der Pfalz auswirken.

Nun also die neue Perspektive, direkt auf die Leute vor Ort, auf Neustadt, seine Weindörfer und auf das Umland. Auf das, was die Leute bewegt. Hier tut sich ja einiges, der Blick geht in die Zukunft, zum Beispiel auf die Landesgartenschau. Auch mit einer Altlast, die die Stadtpolitik und die Bevölkerung seit Langem umtreibt, wurde ich direkt konfrontiert. Aber auch hier tun sich womöglich neue Perspektiven auf.

Doch zurück zur eingangs erwähnten Hürde. Trotz zahlreicher Neustadt-Besuche in der Vergangenheit hatte ich noch nie das Klemmhof-Parkhaus benutzt. Nun also die Premiere. Die Einfahrt und das Parken waren kein Problem. Knifflig wurde es abends, als ich zum Auto zurückkehren wollte. Der Ausgang, den ich vormittags benutzt hatte, ist eben das, ein Ausgang. Rein geht es da nicht. Also einmal ums Gebäude rum, Eingang gefunden, runter ins zweite Untergeschoss. Da ich die Parkebene ja an ganz anderer Stelle verlassen hatte, rätselte ich, wo mein Auto stand. Das erschließt sich in dem Parkhaus, nun ja, nicht gerade intuitiv. Während des Herumirrens drängte sich auch immer stärker die Frage in den Vordergrund, wo der Kassenautomat steht. Ich sah nämlich keinen. Dass ich mittlerweile meinen Wagen gefunden hatte, nutzte mir deshalb nichts.

Also wieder raus aus dem Parkhaus. Ums Gebäude herum und – hurra, da beim Eingang steht ja auch der Automat. In der Dunkelheit hatte ich ihn beim ersten Mal bei der Annäherung von der Nordseite glatt übersehen. Zwei Ebenen tiefer begann die Suche nach meinem Gefährt von neuem. Meine Odyssee war mir indes zunehmend peinlich geworden, unauffällig blickte ich mich um. Immerhin gab es offenbar keinen Beobachter, der das Ganze lustig oder gar verdächtig fand. Ein zweites Mal werde ich ein solches Schauspiel auch nicht bieten. Ich habe dazu gelernt. Und das wird mir bei anderen Neustadter Themen auch gelingen.

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