Neustadt Kleine Gemeinde eine Größe im Fremdenverkehr

Placeholder-Image

Die Gemeinde St. Martin war bekanntlich eine frühe Größe im Pfalztourismus und forcierte bereits vor 90 Jahren den örtlichen Tourismus in eigener Regie. Die Werbemaßnahmen waren für damalige Zeiten und Verhältnisse enorm.

Allein 7000 Exemplare des ausführlichen Gästeführers über den historischen Wein- und Luftkurort „St. Martin – das Pfälzische Kleinod“ wurden produziert und versandt. Neben jenem hochwertigen Image-Produkt brachte der örtliche Verkehrsverein noch 20 000 illustrierte Ortsprospekte in Umlauf. Nicht nur die Gemeinde, ebenso der neu gegründete Verein Südliche Weinstraße St. Martin greift somit die alte Tradition wieder auf. Noch vor dem Ersten Weltkrieg, zu Jahresbeginn 1914, wurde in St. Martin ein Verkehrsverein gegründet. Insbesondere um den Fremdenverkehr zu fördern, und damit die örtliche Geschäftswelt und Weinwirtschaft. Ebenso schrieben die Gründerväter sich vor über hundert Jahren schon den Erhalt des historischen Ortsbildes und des kulturellen Erbes auf die Fahnen. „Fremden Besuchern unserer Heimat das Erlebnis von Geborgenheit vermitteln“, war das erklärte Ziel dabei. „Unsere Vorväter wussten bereits, dass erfolgreicher Tourismus die größeren Zusammenhänge braucht. Sie pflegten damals schon kein Kirchturmdenken“, anerkennt St. Martins Ortschef Timo Glaser. Der Verkehrsverein St. Martin war (wie bereits berichtet) direktes Mitglied im Pfälzischen Verkehrsverband, mit Sitz in Ludwigshafen, und ebenso im regionalen Verkehrsverband Südpfalz, mit Sitz in Landau. Ein direkt nachbarschaftliches Netzwerk knüpfte St. Martin nach Edenkoben und Maikammer mit dem „Pfälzer Rebendreieck“. Mit zehntausend Faltblättern warben die drei Weinorte gemeinsam für die Sehenswürdigkeiten ihrer Kleinregion. Die Gleichschaltung im Dritten Reich brachte die erfolgreiche Vereinstätigkeit zum Erliegen. Nach dem Krieg lud der Hotelier August Jungk, Besitzer der Kropsburg St.Martin wie des Gasthauses zum Schaf, Edenkoben, zur Neugründung eines Verkehrsvereins. Im St. Martin der Nachkriegszeit hatte der Fremdenverkehr jedoch nicht mehr die gleiche Priorität wie vordem oder später wieder, im späten 20. Jahrhundert. Nach fast einem Menschenleben tritt nun der Verein Südliche Weinstraße St. Martin in die Nachfolge des Verkehrsvereins. | jzs

x