Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Klanglicher Exorzismus, ohrenbetäubende Harmonie

Gar nicht kuschelig: Ghøstkid.
Gar nicht kuschelig: Ghøstkid.

Nach dem großen Erfolg des „Rock im Wingert“-Festivals mit „Subway To Sally“ als Headliner im Juli geht der Bad Dürkheimer Rocksommer 2023 nun mit dem nicht weniger interessanten „Fallen Fortress“-Festival am Samstag, 26. August, in die zweite Runde.

Die Location, das Werfergelände im Stadion in der Trift, bleibt die gleiche, und auch sonst ändert sich im Ablauf der Veranstaltung – außer der Musik natürlich – nicht viel. Für das leibliche Wohl der Besucher ist ausreichend gesorgt, Merchandise-Stände umrahmen das Festivalgelände und das beliebte „Bullriding“, gesponsert von der VR-Bank, ist ebenfalls wieder vor Ort. Wer sich auf den Rücken des elektrischen Bullen wagt und sich dort am längsten halten kann ohne herunterzufallen, wird mit einem „amazon“-Einkaufsgutschein in Höhe von 100 Euro belohnt.

Das „Fallen Fortress Open Air“ hat sich aus dem seit 2004 veranstalteten „Rock die Burg“-Festival heraus entwickelt, wird vom Verein „Rock die Burg“ organisiert und erlebt bereits seine 18. Auflage. Eröffnet wird es diesmal mit Rap und HipHop der King Nugget Band aus Idar-Oberstein. Fette Beats und knusprige Sounds sind ihr Markenzeichen. In einer halbstündigen Fastfood-Performance stellt das Quartett Songs aus seiner neuesten EP „Adipös“ vor, darunter so leckere Titel wie „Feinstes Coke“ oder „Falsches Fleisch“.

Quintett aus Mannheim

Nach ihnen entert Senna, ein Quintett aus Mannheim, die Bühne der gefallenen Festung. Die Band hat sich nach eigenem Bekunden zum Ziel gesetzt, mit ihren Songs, einer Mischung aus Metal, Pop und Progressive-Rock, die Musikwelt in diesem Jahr verstärkt zu erobern. Songs wie „Jade“ oder „Lavender“ sollen das möglich machen. Weil „Fallen Fortress“ von Beginn an als internationales Event konzipiert wurde, übernimmt im Anschluss an Senna mit For I Am King eine niederländische Band. Die Gruppe um Frontfrau Alma Alizadeh, die 2023 ihr zehnjähriges Bestehen feiert, tritt mit ihren lauten und irre schnellen Songs weltweit auf. Im Januar erschien ihr drittes Album, „Crown“, das nach Worten der Kapelle modernen, komplexen und furiosen Metal repräsentiert.

The Butcher Sisters kommen wie Senna aus Mannheim. Das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit, die die zwei Bands verbindet. Musikalisch gesehen sind die Metzgerschwestern auf einem ganz anderen Planeten unterwegs, als die Senna-Jungs. Die männlichen Sisters lieben es, mit Worten und Showelementen zu provozieren und behaupten, mit ihrer Musik ein neues Genre entwickelt zu haben: Crossover 2.0, einen brutaler Hardcoresound mit fein getimten Shouts, Hip-Hop-Reimen und wohldosiertem Gesang. Man darf gespannt sein. Aus Lansing im Staat Michigan/USA kommen Of Virtue nach Bad Dürkheim angereist. Will man mehr über diese Metalcore-Band erfahren, lässt man am besten Zahlen sprechen: Platz 28 der Billboard Current Hard Music-Charts, Auftritte in über 30 Ländern auf drei Kontinenten und mehr als sechs Millionen Streams allein auf Spotify. Of Virtue sind auf dem besten Weg nach ganz oben.

Trio aus Berlin

Future Palace aus Berlin hatten das Pech, dass die Veröffentlichung ihres Debütalbums mitten in die Pandemiezeit gefallen ist und die darauf enthaltenen Stücke von daher nicht ausreichend live vorgestellt werden konnten. Umso heißer ist das Trio jetzt, die Post-Hardcore-Songs seiner aktuellen, zweiten Langrille „Run“ so oft wie möglich auf deutschen und europäischen Bühnen spielen zu dürfen.

Im sonnigen San Diego/Kalifornien sind Being As An Ocean beheimatet. Acts wie „Mewithoutyou“, „As Cities Burn“, oder „Sigur Rós“ zählen zu ihren größten Inspirationsquellen. Die Musikpresse hört bei Being As An Ocean einen „Brückenschlag zwischen Post-Hardcore, Screamo, Metalcore und manchmal auch Pop“ heraus. Klingt relativ harmlos im Vergleich zu dem was die im Anschluss auftretenden Ghøstkid in ihrer Bandvorstellung über sich zu erzählen wissen: „Wir spielen Musik, die nicht nur deinen Gefühlen folgt, sondern es handelt sich um einen ausgewachsenen klanglichen Exorzismus und eine ohrenbetäubende Harmonie, die im Kopf der Zuhörer entsteht.“ Angst und Bange muss einem dabei aber trotzdem nicht werden, auch wenn das Gelsenkirchener Quintett mit Schminke und Maskerade optisch ebenfalls zu schocken weiß.

Pioniere des Metalcores

Last but not least folgen nun die Headliner des „Fallen Fortress Open Air“, die allgemein als Pioniere des deutschsprachigen Metalcores geltenden Callejon aus Düsseldorf. Seit mehr als 20 Jahren kennt man sie schon, zehn Studioalben gehen seither auf ihr Konto, von denen sich sieben unter den Top Ten der Deutschen Charts platzieren konnten. Die erfolgreichsten Veröffentlichungen des Quintetts heißen „Wir sind Angst“ und „Hartgeld im Club“.

Das Programm:

15 bis 15.30 Uhr: King Nugget Gang
15.50 bis 16.20 Uhr: Senna
16.40 bis 17.10 Uhr: For I Am King
17.30 bis 18 Uhr: The Butcher Sisters
18.20 bis 18.50 Uhr: Of Virtue
19.10 bis 19.40 Uhr: Future Palace
20 bis 20.40 Uhr: Being As An Ocean
21.10 bis 21.50 Uhr: Ghøstkid
22.30 bis 23.30 Uhr: Callejon

Info:

„Fallen Fortress Open Air 2023“ im Sportzentrum Stadion Trift Bad Dürkheim, am Samstag, 26. August. Einlass 14 Uhr, Showbeginn 15 Uhr. Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 40 Euro, an der Abendkasse 50 Euro. Vorverkaufsstelle ist die VR Bank Mittelhaardt eG, online sind die Tickets unter ffoa-duew.de oder fallenfortressopenair.ticket.io/ erhältlich.

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