Maikammer
Kita: Umbau im laufenden Betrieb
Um den Anforderungen des Kita-Gesetzes Rechnung zu tragen, muss auch die kommunale Kita „Abenteuerland“ in Maikammer erweitert werden. Das Gesetz sieht unter anderem einen Rechtsanspruch auf eine durchgehende Betreuung und Mittagsverpflegung vor. Bereits vor zwei Jahren hat das örtliche Architekturbüro Lothar Textor dem Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Inzwischen steht die Planung, die Bauunterlagen sind bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße eingereicht worden, und die Gemeinde wartet auf die Genehmigung. Darüber informierte Ortsbürgermeister Markus Sell (SPD) in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag.
Derzeit gibt es vier Gruppenräume in der Kita, künftig werden es fünf sein. Im Erdgeschoss sollen nach der Erweiterung in zwei Gruppenräumen die kleineren Kinder betreut werden, im Obergeschoss in drei Gruppenräumen die größeren. In der jetzigen Form ist die Einrichtung für 95 Kinder ausgelegt, künftig werden 105 bis 115 Kinder Platz haben.
Provisorische Bleibe steht noch nicht fest
Geplant sei, die Umbauarbeiten im laufenden Betrieb durchzuführen, erklärte Architekt Lothar Textor im Rat. Im westlichen Bereich solle ein neuer Zugang geschaffen werden. Es sei vorgesehen, schon bei der Ausschreibung der Arbeiten festzuhalten, dass während der Ruhezeiten der Kinder, also zwischen 12 und 14 Uhr, keine lauten Arbeiten vorgenommen werden. Die Vorschulkinder – derzeit geht es um 16 Kinder – müssen während der Umbauphase anderweitig untergebracht werden. Wo, steht noch nicht fest. Zur Diskussion stehen laut Sell ein Raum in der Grundschule oder einer im katholischen Pfarrheim. Die Grundschule hätte den Vorteil, dass die Kinder dann dorthin kommen, wohin sie ein Jahr später ohnehin gehen, sagte Sell. Allerdings fehle dort der zweite Rettungsweg. Eine Alternative könne ein Raum im Pfarrheim sein, der schon als Kita genutzt worden sei. „Auf jeden Fall ist für die provisorische Bleibe eine Betriebserlaubnis nötig“, so Sell. Die Vorgaben seien genau die gleichen, die für alle Kitas gelten. Er hoffe, dass dies gelinge. Um es abzuklären, sei ein Begehungstermin mit dem Landesjugendamt und dem Kreisjugendamt am 16. April ausgemacht.
Container als Plan B
Plan B ist laut Sell, die Gruppe oder auch die gesamte Kita für diese Zeit in Containern unterzubringen. Das sei allerdings „teuerer als der Umbau selbst“. Außerdem müsse eine geeignete Fläche gefunden werden. Als Möglichkeiten nannte Sell den Bolzplatz, der eigentlich zum Multifunktionsplatz umgebaut werden soll, oder ein Gelände neben der Turnhalle.
Die Option Bolzplatz schloss der Rat allerdings auf Antrag der CDU einstimmig aus. Der Platz solle so schnell wie möglich zum Multifunktionsplatz werden, sagte Nicolai Schenk (CDU). Auch Sell verdeutlichte: „Ich will keine Containerlösung. Das ist der Plan B für den Fall, dass alle anderen Stricke reißen.“ Für den weiteren Entscheidungsprozess müsse jedoch die Stellungnahme des Kreisjugendamtes abgewartet werden.
Die Kosten für die Erweiterung sind bisher mit 1,3 Millionen Euro angegeben worden. Wenn die Arbeiten jedoch ins kommende Jahr fallen, sei mit Kostensteigerungen zu rechnen, erklärte Textor. Im Haushalt, der am 18. März auf der Tagesordnung des Rates steht, sollen nach Angaben Sells deshalb 1,47 Millionen Euro bereitgestellt werden.
