Neustadt Kirchweih mit Musik und Wein

Ruppertsberg feiert von morgen an bis Dienstag, 30. August, seine Kerwe. Gaststätten und acht Ausschankstellen bieten Besuchern während der fünf Feiertage in gemütlicher Atmosphäre Spezialitäten aus Keller und Küche. Viele der Ausschankstellen locken zudem mit Livekonzerten, von klassischen Tönen bis hin zu rockigen Rhythmen.
Die Kerweweinprobe morgen im Traminerkeller ist bereits ausverkauft. Mit dem traditionellen Kerwegottesdienst wird das Dorffest am Samstag um 17 Uhr eingeleitet. Anschließend bewegt sich der Kerweumzug mit Blasmusik, Vereinsabordnungen und Fahnen, dem Kerwebaum, Kerweredner und Honoratioren durch die Dorfstraßen zur Festeröffnung vor die Kirche. Wenn dann der Freiwein ausgeschenkt und die offizielle „Ruppertsberger Regierungserklärung“ erfolgt ist, wird die Salutkanone der Sportschützen die Eröffnung der Ruppertsberger Weinkerwe lautstark verkünden. Die Reitschule, eine Schiffschaukel, eine Schießbude, ein Losstand und der Gutselstand sind besonders für Kinder Attraktionen der Kerwe. Das Kirchweihfest in Ruppertsberg hat eine Tradition, die ins Mittelalter zurückreicht. Es ist überliefert, dass schon im Jahre 1294 zu Füßen des kleinen romantischen Gotteshauses die Kirchweih gefeiert wurde. Diesen Tag wussten die Ritter und die Edlen von Ruppertsberg besonders zu schätzen. Sie feierten bei Freiwein und Essen mit ihren Untertanen. Ab den 1970er Jahren wurden die Kerwen in der Region zunehmend als Weinfeste gefeiert und damit über die Dörfer hinaus bekannt. An der Mittelhaardt machte 1972 die Stadt Deidesheim, im Gründungsjahr der Verbandsgemeinde Deidesheim, in der zur „Woigass“ umbenannten Bahnhofsstraße den Anfang. Weingüter und Winzergenossenschaften der Verbandsgemeindeorte beteiligten sich mit Ausschankstellen. Dieser neue Feststil – Weinkerwe in Winzerhöfen und auf Dorfstraßen zu feiern – beflügelte die Ruppertsberger Heimatfreunde und Gründer der TVR-Musikkapelle, Ernst Rau und Fritz Braun, auch die Gemeindekerwe in neuem Gewand zu präsentieren. So verwandelten sie mit ihren Musikern den mit Rebstöcken bewachsenen Winzerhof des Anwesens Ernst Rau in der Schlossgasse zu einer fröhlich-weinseligen Kerwestätte. Diese fand sogleich großen Anklang. Bald luden, zusammen mit den Ortswirtschaften, zahlreiche Höfe und Ausschankstellen zur „Woikerwe“ ein. |rr