Leichtathletik
Kindersportfest beim LC Haßloch
Das Haßlocher Stadion glich am Donnerstag einem bunten Wimmelbild. Für die Sportler des Kinderleichtathletik-Sportfestes des LC Haßloch wurde der Feiertag zum Familientag. Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde, einfach alle feuerten die kleinen Athleten bei ihren Disziplinen an.
Das Bild der Wettkämpfe in den jüngsten Altersklassen hat sich gewandelt. Weil die Sportler in Teams antreten, Mädchen und Jungen zusammen, haben auch die Eltern ihren Horizont erweitert. Jetzt feuern sie auch begeistert an, wenn die Mannschaftskameraden tolle Ergebnisse erzielen.
Besonders auffällig waren gute Ergebnisse bei der Disziplin Hoch-Weitsprung der U10. Hier geht es mit kurzem Anlauf über eine kleine Hürde in die Weitsprunggrube. Jedes Kind hat zwei Versuche. Fällt die Latte nicht, wird die Höhe um fünf Zentimeter gesteigert. Dieser Wettkampf trieb die Spannung bei den Zuschauern entsprechend der Zentimeter immer höher. Es war Hochbetrieb auf den drei Anlagen. Jonas Taut (LC Haßloch) riss seinen ersten Versuch über 0,90 Meter. Sein Vater, der auf der gegenüberliegenden Anlage als Helfer dabei war, musste jetzt kurz Pause machen. „Den nächsten Sprung muss ich sehen“, meinte er. Und tatsächlich flog Jonas über die kleine Latte in die Weitsprunggrube hinein. Und war mit dieser Höhe einer der besten Springer in der Runde, bei 95 Zentimetern war dann aber auch für ihn Schluss. Die Bestleistung des Tages lag später sogar bei 1,10 Meter.
Spaß und Spannung
Manche Kinder hatten Probleme, den Anlauf und Absprung so zu koordinieren, damit sie nicht zu früh oder zu spät die Latte erreichten. Die Höhen hatten sie indes meist drin. Aber darin zeigt sich der Zweck der Kinderleichtathletik. Spaß, Spannung und besondere Bewegungsabläufe bringen die neuen Übungen dieser noch jungen Wettbewerbsart.
Fast „ganz normale“ Leichtathletik gab es beim Ballwurf. Hier wurden die klassischen Abläufe mit Anlauf und Wurf durchgeführt. Allerdings sollte der Anlauf auf nur drei Schritte begrenzt sein. Hier glänzte Yanis Doury mit 27 Metern sowie zwei Versuchen über 24 Meter. Technisch perfekt setzte er seine Würfe um. Trainerin Carmen Epple: „Er gehört zu den starken Werfern, ist aber auch sehr vielseitig.“ Sie berichtet von einer langen Warteliste im LCH. „Machen Sie ja keine Werbung für uns, die Nachfrage ist riesig“, betont sie. Die Probleme seien vor allem, in der Hallensaison genug Platz zu finden. Und würde man mehr Sportler über Sommer aufnehmen, müssten die ja auch im Winter trainieren können. Außerdem würde man noch mehr Übungsleiter brauchen, so Epple. Sie ist mit der gleichen Begeisterung wie die Kinder dabei. Und erklärt: „Die Kinder sollen in diesem Alter Spaß an der Bewegung bekommen, die Technik kommt erst später.“ Am meisten freut Epple, dass der Teamgedanke im Vordergrund steht. Sie sagt: „Kinder, die etwas schwächer sind, werden von den anderen mitgezogen. Am Ende stehen alle zusammen bei der Siegerehrung und erhalten eine Medaille.“
Inklusiv
Die Sportler der zwei Inklusionsgruppen, die mit 15 Athleten dabei waren, bestätigen das. Mit einem breiten Grinsen zeigt Judith Berlin ihre Urkunde. „Mir hat einfach alles Spaß gemacht, Werfen, Rennen, Weitsprung. Beim Weitsprung hatte ich 2,90 Meter“, erzählt sie begeistert. Auch Tim Schneider freute sich über alle Übungen, besonders über die Hindernisstaffel. „Vielen Dank für den tollen Tag“, bedankt sich Swetlana Wilhelm beim Trainerteam. Ihr Sohn Raoul hat wie viele in der Inklusionsgruppe das Down Syndrom. Der Siebenjährige ist seit einem Jahr beim Training. Mutter Wilhelm: „Die Kinder werden gefordert, sie werden hier nicht verhätschelt, sie werden animiert, Sport zu machen. Es ist ein spielerisches Lernen, mein Sohn geht wahnsinnig gerne hin und ist traurig, wenn es ausfällt. Jedes Kind ist anders und wird daher individuell behandelt.“
Christoph Sölter, Koordinator der Wettkämpfe am Donnerstag, sagt: „Wir haben einen großen Einzugskreis an Inklusionskindern.“ Tatsächlich hat der LCH in diesem Angebot ein Alleinstellungsmerkmal im weiten Umkreis. 30 Kinder, darunter auch zehn Kinder ohne Einschränkungen trainieren in drei Gruppen. Seit 25 Jahren trainieren Frank und Annerose Lieberknecht die Inklusionsgruppen. Sie sagen: „Das bedeutet Teilhabe an der Gesellschaft. Sport ist hier das beste Mittel, für Menschen der unterschiedlichsten Art zusammen zu kommen. Durch solche Veranstaltungen wie heute.“
Gastgeber LCH war mit zwei Teams auf Rang drei das stärkste Team der Region. Die U8 und die U10 wurden jeweils Dritte in der Mannschaftswertung ihrer Altersklassen.