Neustadt Keine Denkverbote

Placeholder-Image

Punkt 18.24 Uhr ergreift Norbert Schied am Dienstag erstmals als Vorsitzender das Wort. Zuvor war der 65-jährige Neustadter einstimmig in sein neues Amt gewählt worden. Kurz ist die Rede von einem historischen Moment: Der neue Innenstadtbeirat von Neustadt hat sich konstituiert und kann mit der Arbeit loslegen.

In seiner ersten Sitzung erfüllt das Gremium die in es gesetzten Erwartungen allemal. Es geht überparteilich zu, auch bei der Wahl des ersten und zweiten Vorsitzenden. Zwar waren die Kandidaten bereits im Vorfeld von den im Stadtrat vertretenen Parteien bestimmt worden – wie im Übrigen auch alle 13 weiteren Mitglieder und die Vertreter –, doch wird darüber nicht debattiert. Im Gegenteil: Der Beirat entscheidet sich für eine offene Wahl, die Voten für Norbert Schied (CDU) und Andreas Böhringer (SPD) sind einmütig. Dass mit Böhringer eine Oppositionsfraktion zum Zug kommt, ist ein gutes Zeichen. Der neue Vorsitzende greift das gerne auf: Gemeinsam ist für ihn das Wort der Stunde und auch der künftigen Arbeit. Wobei gemeinsam nicht nur den Beirat selbst umfassen, sondern weiter greifen soll: gemeinsam auch mit dem Stadtvorstand und dem Stadtrat als oberstem Souverän. Kein Kontrollgremium, kein Gremium zum Anschieben, sondern sozusagen ein Kompetenzverbund soll der Innenstadtbeirat sein, das erste Gremium, das wie die Ortsbeiräte in den Weindörfern die Interessen der Innenstadt nach außen trage. „In der Hierarchie stehen wir direkt unterhalb des Stadtrats“, betont Schied. Etwas tun, etwas bewegen zu wollen – darin sind sich alle Mitglieder und ihre Vertreter in einer kurzen Vorstellungsrunde einig. Das gilt für die Innenstadt insgesamt, aber auch für die Bezirke, die ihr angehören. Als da wären Innenstadt, Winzingen, Schöntal, Hambacher Höhe, Vorstadt, Oststadt und Böbig. Die Mitglieder sind überzeugte Innenstadtbewohner, zum Teil dort geboren und geblieben, zum Teil wiedergekommen, zum Teil zugezogen. Die einen sprechen davon, die Innenstadt wieder attraktiv machen zu wollen, die anderen sprechen von einer „tollen Ausgangssituation“, um die Attraktivität noch weiter zu steigern. Ein Gegensatz ist das trotzdem nicht. Eine weitere gute Ausgangslage: Viele Mitglieder sind bereits engagiert, in Bürgervereinen und -initiativen, Schulelternbeiräten, sozialen Verbänden oder haben als Gewerbetreibende das Ohr nah bei den Kunden. Sie wissen Bescheid und wollen den Kontakt zur Basis auch nicht verlieren. Deshalb tagt der Beirat zunächst in kurzen Abständen, um „etwas geschafft“ zu bekommen, und wechselt dabei die Sitzungsorte. In jedem Bezirk will er einmal präsent sein und sich dabei ein eigenes Bild von der jeweiligen Lage machen. Zunächst aber werden noch ganz allgemein Themen gesammelt, jeder kann sich einbringen. „Es gibt nichts in Neustadt, was uns nicht interessiert“, bringt es Norbert Schied am Ende der Sitzung auf den Punkt. Nun müssen Prioritäten gesetzt und muss ein Zeitplan festgelegt werden. Die Unterstützung der Stadt sichert Oberbürgermeister Hans Georg Löffler zu: Es gebe keine Denkverbote, macht er dem Gremium Mut. (ahb)

x