Neustadt Kein neuer IGS-Antrag

In dem Punkt waren sich alle Fraktionen einig: Die Realschule plus muss gestärkt werden.
In dem Punkt waren sich alle Fraktionen einig: Die Realschule plus muss gestärkt werden.

Es gab nochmals ein paar Schuldzuweisungen an unterschiedliche Adressen. Gründe wurden aufgeführt, warum es letztlich nicht geklappt hat – wobei die verschiedenen Fraktionen da durchaus konträre Ansichten vertraten. Und alle Seiten drückten ihr Bedauern über die Entwicklung aus. Fakt aber ist: Der Stadtrat hat gestern Abend die Pläne für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) in Neustadt beerdigt. Vorerst jedenfalls. Soll heißen: Wie vom Schulträgerausschuss empfohlen (wir berichteten), wird zum jetzigen Zeitpunkt kein neuer Antrag zur Umwandlung der Realschule plus in eine IGS gestellt. Dennoch soll das Ziel, eine solche Schulform in Neustadt anzubieten, auch künftig nicht aus den Augen verloren werden. Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) wiederholte, was er in der jüngsten Sitzung des Schulträgerausschusses ausführlich dargelegt hatte: Ein weiterer IGS-Antrag sei aktuell wenig aussichtsreich, würde aber sehr viel Zeit kosten, die man lieber in die Weiterentwicklung der Realschule plus im Böbig investieren sollte. Man müsse der Schule mit ihrem engagierten und motivierten Kollegium nun diese Chance geben, müsse für Klarheit sorgen. „Es ist an der Zeit zu sagen: Es geht nicht, wir müssen stattdessen die Realschule plus stärken“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Pascal Bender. Man habe das Ganze vergeigt – wobei er seine Fraktion da ausnahm: „Wir haben immer gesagt, dass wir in die Puschen kommen müssen.“ Als die Schulform entstanden sei, hätte man gleich reagieren müssen. Damals sei es noch ein Leichtes gewesen, den Zuschlag für eine IGS zu bekommen. Stattdessen habe man ewig diskutiert und geblockt. Jetzt sei es zu spät. Aber aus den Augen verlieren wolle die SPD das Ziel IGS nicht. Die CDU schob den schwarzen Peter nach Mainz: „Das Land wollte nicht, dass in Neustadt eine IGS errichtet wird“, sagte Fraktionschef Clemens Stahler – und erntete dafür aufgeregten Widerspruch aus dem Plenum. Weigel wollte das so nicht stehen lassen: Das Land habe nie gesagt, dass Neustadt keine IGS bekomme, die Gespräche seien konstruktiv gewesen. Die Gründe, warum es nicht klappe, seien sehr vielfältig: „Auch wir selbst tragen dafür zum Teil die Verantwortung.“ Aus Sicht der FWG wäre eine IGS in Neustadt „aus vielen Gründen sinnvoll und richtig gewesen“, wie Fraktionsvorsitzender Christoph Bachtler sagte. Man habe sich selbst lange blockiert. Ungeachtet dessen, sei es jetzt richtig, das Thema abzuhaken, um mit voller Kraft die Realschule plus zu unterstützen. „Wir waren die Einzigen, die immer darauf hingewiesen haben, dass die rechtlichen Voraussetzungen nicht vorliegen“, betonte FDP-Fraktionschef Matthias Frey. Schuldzuweisungen seien jetzt nicht hilfreich, denn die Zeit dränge: „Es sind viele, viele Jahre ins Land gezogen, in denen der bauliche Zustand der Realschule plus nicht besser geworden ist.“ Es sei sehr spät, sich jetzt darauf zu konzentrieren: „Aber besser spät als nie.“ Die Grünen wollten den Antrag, die IGS-Pläne fallen zu lassen, gestern nicht durchwinken. Man unterstütze zwar das Anliegen, die Realschule plus zu stärken: „Aber wir sollten die politische Forderung nach einer IGS nicht aufgeben“, sagte Fraktionsvorsitzender Kurt Werner. Die Grünen stimmten gegen den Antrag, weil sie sich weiter für eine IGS in Neustadt einsetzen würden, erläuterte er. Einwurf

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