Neustadt
Kardiologe: „Auch Herzkranke sollten sich impfen lassen“
„Der Infarkt oder der Schlaganfall fällt dann auch heftiger aus“, betont der Experte. Umso wichtiger sei es, bei akuten Beschwerden unmittelbar den Notarzt zu rufen – Scheu vorm Krankenhaus wegen der Angst vor einer Ansteckung mit Covid 19 sei absolut unbegründet, antwortete er mehreren Anrufern , die teils mehrere Tage mit Stechen in der Brust auf Besserung von selbst gehofft hatten.
„So kommen die Patienten in schlechterem Zustand bei uns an und die Chancen auf optimale Behandlung verschlechtern sich“, mahnte der Chefarzt an. Covid 19 störe die Blutgerinnung, das Blut werde dickflüssiger und damit steige das Risiko eines Gerinnsels im Körper, erklärte er.
Heute mehr Erfahrung
Nach über einem Jahr Erfahrung im Umgang mit der Pandemie habe die Medizin nunmehr klare Vorstellungen, was in solchen Fällen therapeutisch getan werden müsse. „Der Wissenszuwachs der vergangenen Monate war enorm“, so von Korn. Zudem hätten sich innerhalb der Krankenhäuser Ablaufroutinen entwickelt, sodass die optimale Behandlung der Patienten sichergestellt sei.
„Dank sinkender Zahlen sind wir wieder im Normalbetrieb angekommen“, berichtete von Korn aus dem Neustadter Klinikum. Das Risiko, sich dort mit dem Virus zu infizieren sei praktisch gleich Null – alle Patienten würden auf den Erreger getestet und Erkrankte würden strikt isoliert.
Erkrankungsrisiko höher
Eine Impfung gegen Covid 19 empfahl er unter anderem einer vorerkrankten Anruferin aus Hambach, die unter Herzrhythmusstörungen leidet. „Das Impfrisiko ist signifikant niedriger als das Risiko der Erkrankung“, betonte er. „Auch Herzkranke sollten sich impfen lassen“, so seine generelle Empfehlung.
Die Kontaktaufnahme zur Neustadter Sektion der Deutschen Herzstiftung empfahl von Korn einer 80-jährigen Anruferin aus Neustadt: Unlängst war die Dame für einige Tage wegen Herzrhythmusstörungen in Behandlung im Hetzelstift, fühlte sich dort auch gut aufgehoben. Nun wünsche sie sich jedoch einen Ansprechpartner außerhalb der unmittelbaren Therapie. Dafür böte sich die bei der Herzstiftung angesiedelte Selbsthilfegruppe an , riet der Kardiologe.
Vielleicht Herzschwäche
„Das hört sich nach Herzschwäche an“, meinte von Korn zu den Beschwerden eines 69-jährigen Anrufers aus Haßloch: Der Mann klagte über geschwollene Beine und Luftnot – typische Symptome für Herzinsuffizienz, für die es viele neue, effektive Behandlungsmethoden gebe. Die diesbezüglichen Therapiemöglichkeiten seien heute deutlich besser als noch vor einigen Jahren. „Man sollte den Gang zum Arzt also nicht aufschieben“, so sein Rat.