Neustadt Kammermusik im Kelterhaus

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«Wachenheim». Kammermusik des Klaviertrios Rafale aus der Schweiz ist bei der Wachenheimer Serenade morgen, 19 Uhr, im Alten Kelterhaus des Weinguts Dr. Bürklin Wolf zu hören.

Im Jahr 2008 fanden sich drei damalige Musikstudenten der Zürcher Hochschule für Künste eher zufällig für ein Konzert zu einem Trio zusammen. Sie merkten, dass sie gut miteinander harmonierten und blieben als festes Ensemble beieinander. In der Zwischenzeit haben sich die Pianistin Maki Wiederkehr, der Geiger Daniel Meller und der Cellist Flurin Cuonz in die erste Liga der Klaviertrios gespielt. Eine Menge erste Preise bei bedeutenden Kammermusikwettbewerben wurden gewonnen, wie bei der Osaka International Chamber Music Competition und der Melbourne International Chamber Music Competition. Sie gastieren international bei großen Festivals, spielen in großen Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie und der Wigmore Hall in London und haben drei CDs herausgebracht, von denen die jüngste im Mai 2017 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Die Pressekritiken sind geradezu hymnisch. Gerühmt werden neben der Präzision die Leidenschaft und Intensität, mit denen die Drei zu Werke gehen. Der Name Trio Rafale leitet sich vom französischen Ausdruck für Windböe ab, wobei der Wind nach Angaben der Musiker neben einem stürmischen Windstoß auch ein warmer Luftstrom oder eine kühle Brise sein kann und damit Metapher für jede Art von musikalisch belebter Bewegung ist. Auf ausdrucksmäßige Vielfalt soll der Name also hindeuten. Dies kann das Trio in Wachenheim bei drei Werken unter Beweis stellen. Nach dem Triosatz in B-Dur DV 28 von Franz Schubert folgen zwei Klassiker der Gattung. Zunächst Ludwig van Beethovens Trio in Es-Dur op 67, Nr. 2. Es ist weniger populär als sein Schwesterwerk, das berühmte „Geistertrio“, nicht so tiefsinnig, dafür leicht im Duktus und fast serenadenhaft unterhaltsam. Bezeichnend, dass es keinen einzigen richtig langsamen Satz hat: Die Einleitung ist nur ein „poco sostenuto“ wie in der 7. Sinfonie, und als zweiten Satz gibt es statt eines großen Adagios ein heiteres Allegretto. Schwergewichtiger geht wieder im 1. Klaviertrio H-Dur op. 8 von Johannes Brahms zu – ein typischer Brahms mit seiner profunden Satzkunst und dem nach innen leuchtenden und warmen Ton. In Wachenheim spielt das Trio die nach Auffassung vieler Kritiker bessere Erstfassung. Noch Fragen? Karten im Vorverkauf bei Schreibwaren Amschler in Wachenheim, Musik Haas in Bad Dürkheim sowie unter den Telefonnummern 06322 8842 oder 66574 oder 8368 oder 5651 oder 989406.

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