Neustadt Kameratechnik im Wandel

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Deidesheim. Die aktuelle Sonderausstellung über die Meilensteine der Kameratechnik ist ein weiteres interessantes Angebot des Deutschen Film und Fototechnik Museums in Deidesheim. Besucher können dabei die einzelnen Entwicklungsschritte von der Holzkamera zum Fotohandy nachverfolgen.

„Die Ausstellung war schon im Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach zu sehen“, erzählt Museumsleiter Wilfried Heide. Nun konnte er die Sammlung der Gesellschaft für Photohistorica für ein halbes Jahr nach Deidesheim holen. „Wir haben sie jedoch noch mit eigenen Sammelstücken ergänzt“, erklärt Heide. In vier Vitrinen geben rund 50 Exponate, von der Schiebekasten-Holzkamera aus dem Jahr 1839 bis hin zu modernen Digitalkameras (2002), einen detaillierten Einblick in die Entwicklung der Kameratechnik. Manfred Herrmann, Kurator und Gründungsmitglied der Gesellschaft für Photohistorica, erläuterte dazu, dass es nicht einfach sei, den Begriff Meilenstein eindeutig festzulegen. Die Sichtweisen gingen dazu individuell sehr auseinander. Schließlich sehe jeder Fotoliebhaber in seinen eigenen Sammelstücke Meilensteine. Für das Ausstellungskonzept wählte Herrmann die Parameter: Format, technische Innovation, Marken-Verkaufsschlager, Spitzenmodelle und Wirtschaftlichkeit. Wegen des erschwinglichen Kaufpreises brachte beispielsweise 1934 die Kodak Retina I Typ 117 und nicht die neun Jahre ältere Leica den eigentlichen Durchbruch der Kleinbild-Fotografie. Zudem verzichtet die Konzeption bewusst auf Prototypen, Ausrüstungsteile oder spezielle Entwicklungsverfahren. „Das würde den Rahmen einer solchen Ausstellung sprengen“, versichert der Fachmann. Wichtig ist, dass sich die Ausstellung nicht nur an Fotoexperten und Sammler richtet, sondern auch den Laien anspricht. So steht auch die fünfjährige Lea fasziniert vor den Glaskästen und lässt sich von den Eltern und der Oma die unterschiedlichen Kameras zeigen. In der Tat gibt es Kurioses zu entdecken, darunter eine der ersten Voigtländer-Metallkameras, Boxkameras oder die Minox aus den frühen James-Bond-Filmen. Und wer brachte, 1936, die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera heraus? War es die Kine-Exakta aus Dresden oder das russische Pendant CNOPM, genannt „Die Sport“. Darüber streiten sich noch heute die Geister. Der Vorsitzende des Trägervereins „Deutsches Film- und Fototechnik Museum“, Wolfgang Immel, freut sich, dass die neue Bogenvitrine rechtzeitig zur Ausstellung fertig wurde. „Diese hebt die Ausstellungsstücke noch besser hervor“, betont er. Termin Die Sonderausstellung „Meilensteine der Kameratechnik“ ist noch bis 31. August 2017 zu besichtigen. Öffnungszeiten: donnerstags 12 bis 16 Uhr, freitags und samstags und feiertags 14 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www. dftm.de.

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