Neustadt „Jeder von uns könnte betroffen sein“

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Mit der Beteiligung war die Stiftung zufrieden, auch wenn bei patientenbezogenen Typisierungsaktionen ansonsten zehn- bis zwölfmal so viel Menschen kommen. Doch für den neunjährigen Yannik Ries, dem die Aktion in erster Linie gelten sollte, war kurz zuvor ein passender Spender gefunden worden (wir berichteten darüber zuletzt am 6. Januar). „Das hat die Motivation natürlich gebremst“, sagt Annika Zimmer, Pressesprecherin der Stefan-Morsch-Stiftung, der ältesten Stammzellspenderdatei Deutschlands, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wir waren uns bewusst, dass nicht so viele kommen werden.“ Letztendlich aber zähle jeder Einzelne, „denn mit jedem Einzelnen steigt die Wahrscheinlichkeit, für einen Leukämie- oder Tumorkranken einen passenden Spender zu finden.“ So sehen es auch diejenigen, die mitmachen. Viele Eltern kleiner Kinder sind darunter, auch viele junge Leute, die in kleinen Gruppen kommen. Kristina Wageck, zwei ihrer Freundinnen und der Bruder beispielsweise sind gemeinsam von Deidesheim und Forst nach Haßloch gefahren. „Ich hatte schon länger vor, mich typisieren zu lassen“, sagt die junge Frau. Die Gelegenheit in Haßloch habe sich angeboten. Die Typisierung habe ihr am Herzen gelegen, denn „auch jeder von uns könnte von Leukämie davon betroffen sein“. Ähnlich begründet Carsten Klein seinen Willen zu helfen: „Es sollte jedem die Chance gegeben werden zu leben. Das ist ganz wichtig.“ Und da er selbst einige Jahre Fußballtrainer beim VfB gewesen sei, wolle er dem Verein auch auf diese Weise etwas zurückgeben. Den kleinen Piks und die Abnahme einer kleinen Menge Blut fürchten die Männer und Frauen nicht, die sich hier eingefunden haben. „Es ist ja auch eine gute Tat, einem anderen Menschen dadurch vielleicht helfen zu können“, überlegt ein 27-Jähriger. Ja, der Gedanke, dass Leukämie auch vor Kindern nicht Halt macht, habe bei seinem Entschluss eine Rolle gespielt, sagt er, denn auch er lebt in einer Familie mit Kind. Die potenziellen Spender werden bestens betreut. Mitglieder der Stefan-Morsch-Stiftung sind vor Ort, Ärzte und geschulte Mitarbeiter nehmen ihnen das Blut ab, darunter auch Dr. Angelika Trompeter, Ärztin für Innere und Allgemeinmedizin in Haßloch, mit ihrem Praxisteam. Um Risiken für den Spender selbst und den möglichen Empfänger einer eventuellen Stammzellspende auszuschließen, füllt jeder Typisierungswillige vor der Blutentnahme einen Fragebogen auch zu seinen Erkrankungen aus. Nicht geeignet, sagt Trompeter, seien beispielsweise Menschen, die an Hepatitis B, Hepatitis C oder Tuberkulose erkrankt sind. Auch Suchtkranke kommen als Spender nicht in Frage. Viele, die sich typisieren lassen, sind regelmäßige Blutspender. Deshalb würden auch häufig Aktionen gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz durchgeführt, erläutert Annika Zimmer. Allein durch diese seit einem Jahr bestehende Kooperation konnten bislang 10.000 neue potentielle Stammzellspender gewonnen werden, ergänzt auf Nachfrage Andrea Djifroudi, die Leiterin der Pressestelle. Nach dem Motto „Einmal stechen, zweimal helfen“, können Blutspender sich dabei mit einer kleinen Menge gesondert abgenommenen Bluts gleich auch typisieren lassen. Sehr erfolgreich sei auch die Zusammenarbeit mit Sportverbänden und der Bundeswehr. (hjm)

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