Neustadt Jeder lebt in seiner eigenen Welt

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Deidesheim. Rechts ist die jüdische Seite überwiegend in Grün, links ist die arabische Seite überwiegend in Rot. Dieser Aufbau der Ausstellung „Schau mich an - Begegnungen in Israel“, die ab heute vom Freundeskreis ehemalige Deidesheimer Synagoge in der ehemaligen Deidesheimer Synagoge gezeigt wird, ist symbolisch für das Verhältnis von jüdischen und arabischen Israelis.

„Sie leben eher nebeneinander als miteinander“, steht auf einem der 30 Ausstellungs-Ständer mit Fotos und Texten. Einer der wenigen Orte, wo es ein Miteinander gibt, ist Givat Haviva. Gegründet als Tagungsstätte der Kibbuz-Bewegung, begann man bereits 1963 mit dem jüdisch-arabischen Dialog. Inzwischen hat sich die Tagungsstätte zu einem arabisch-jüdischen Zentrum unter anderem mit Friedensbibliothek, Radiosender und Kunstzentrum entwickelt. In Givat Haviva wurde die Wanderausstellung „Schau mich an“ auch gestaltet. In der ehemaligen Synagoge werden meist Ausstellungen über die Geschichte und Verfolgung der Juden gezeigt. In „Schau mich an“ geht es um einen Aspekt des heutigen Lebens vieler Juden, der in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland häufig zu kurz kommt. Wenn es um Israel geht, dann denken die meisten vor allem an Juden. Doch ist Israel auch die Heimat von Arabern. Wobei schon diese Bezeichnung schwierig ist. Es gibt keine feststehende Bezeichnung für arabische Israelis, wie man in der Ausstellung erfährt. Generell ist die Sprache ein Problem. So ist für Juden die Entstehung des Staates Israel die Rückkehr zu einem Nationalstaat nach rund 2000 Jahren, für Araber ist es „Al Nahba“, was die Katastrophe bedeutet. Anschaulich werden unterschiedliche Bezeichnungen und damit verbundene unterschiedliche Einstellungen dokumentiert. Ebenso anschaulich erfährt der Besucher, dass die arabischen und die jüdischen Israelis kaum etwas vom jeweils anderen wissen und was sie über den jeweils Anderen denken. Man liest und man sieht auf den Fotos, dass viele Juden starke Vorbehalte gegen die arabischen Isrealis haben, dass sich der Alltag total unterscheidet, dass man auf die andere Seite schaut, wenn man sich auf der Straße begegnet und dass sich die arabischen Israelis diskriminiert fühlen. Außerdem bekommt man komprimierte Informationen etwa über die Geschichte der Palästinenser oder über Antisemitismus. Doch ist auf der einen Seite des Ausstellung nicht alles rot und auf der anderen Seite nicht alles grün. Denn es werden Begegnungen und Veranstaltungen in Givat Havia dokumentiert „Ich habe gelernt die anderen in erster Linie als Menschen zu betrachten“, heißt es in einem der Texte, in denen Besucher von Givat Haviva von ihren Erfahrungen berichten. Die Ausstellung ist interessant und informativ, da kann man es verschmerzen, dass bei der deutschen Übersetzung die Rechtschreibung mitunter etwas gelitten hat.

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