Neustadt „Jeder Cent kommt an“

Helfer auf Stippvisite im unterstützten Kinderheim.
Helfer auf Stippvisite im unterstützten Kinderheim.

Zwischen 8000 und 10.000 Euro pro Jahr überweisen sie nach Lviv in der Ukraine: Seit 22 Jahren engagiert sich ein Freundeskreis aus der Region zugunsten eines Kinderheims für vorwiegend spastisch gelähmte Kinder. Nicht zuletzt wegen der unruhigen politischen Situation in der Ukraine würden die Spenden aus der Pfalz dringender denn je gebraucht, sagt der Neustadter Manfred Aernecke, der das Projekt „Nadija“ seit vielen Jahren mit koordiniert.

Ins Rollen gekommen sei die rein private Initiative über den Augenarzt Dr. Michael Zaczkiewicz aus Bad Dürkheim: 1995 sei der ins frühere Lemberg gereist, um eine Spende zu übergeben. Dabei sei er auf die mit der Lebenshilfe in Bad Dürkheim vergleichbare Einrichtung gestoßen und habe beschlossen, sich dafür zu engagieren. Die richtigen Mitstreiter habe er mit dem einstigen Wachenheimer Verbandsgemeindebürgermeister Klaus Huter und sich selbst – er war seinerzeit Vorstandsvorsitzender der Schloss Wachenheim AG – gefunden, berichtet Aernecke. Jahr für Jahr richtete der Freundeskreis immer zur Adventszeit eine Konzertreise mit Mitgliedern des ukrainischen Nationalchors in der Region aus – seit 2009, auch bedingt durch Aerneckes Wohnort in Neustadt, im Keller der Heim’schen Sektkellerei in der Maximilianstraße. „Der Eintritt zu den Konzerten ist immer frei und die Resonanz groß“, freut sich Aernecke über die Spendenbereitschaft des mittlerweile auf rund 180 Personen angewachsenen Kreis der regelmäßigen Besucher, die jedes Jahr persönlich eingeladen werden. Zweimal kamen die Besuche aus der Ukraine jedoch nicht zustande, weil es wegen der politischen Entwicklung Probleme mit der Ausreise der Ensemblemitglieder gegeben hatte – und so veranstaltete der Freundeskreis einmal einen Konzertabend mit Künstlern aus der Region und bat ein anderes Mal ganz ohne Konzert um Spenden. „Es ist schon toll, was sich aus dieser rein privaten Initiative entwickelt hat“, meint Aernecke: So verzichteten die hochkarätigen Musiker auf ihre Gage und stellten bei den Konzerten in Neustadt die Heim’sche Sektkellerei die Räumlichkeiten und die Getränke sowie die Bäckerei Liebenstein die gebackenen Nikoläuse, nennt er als Beispiele, dass die Spendenerlöse ohne jegliche Abzüge direkt in die Ukraine überwiesen werden: „Davon kommt jeder Cent an“, betont er. „Unsere Gäste erleben einen schönen vorweihnachtlichen Abend im Wissen, ein in der Ukraine vorbildliches Projekt zu unterstützen, das Hilfe gerade zurzeit so nötig hat wie nie zuvor“, sagt Aernecke: Angesichts hoher Inflation seien die Kinder und ihre Betreuer in Lviv auf die in Euro ausgezahlten Hilfsgelder angewiesen, um die Versorgung mit Nahrung, Wasser und Heizung zu gewährleisten. Derzeit würden in dem Heim mit Namen „Dzherelo“ 250 Kinder und Jugendliche betreut, pro Jahr gibt es rund 5000 individuelle Behandlungen und Konsultationen, 400 Kinder wurden in Gruppentherapien behandelt. Teils seien Kinder aus der Einrichtung als Volljährige schon selbst dort angestellt worden, berichtet Aernecke. Kontakt Freundeskreis Manfred Aernecke, Telefon 06321/81741

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