Direktkandidaten für den Bundestag
Jürgen Schwerdt tritt für „die Basis“ an
Böse Zungen behaupten, der Elmsteiner Ortsteil Iggelbach sei ein bisschen abgelegen. Der Lohn ist das Panorama des Pfälzerwalds und eine attraktive Wohnumgebung. Wenn Jürgen Schwerdt, 1958 in Frankenthal geboren, die Eingangstür des inmitten eines vorzüglichen Gartens gelegenen schönen Hauses öffnet, fällt als eines der ersten Dinge der Button auf, den er angesteckt hat. Zunächst liest man in großer Schrift: „Ich bin immun.“ Zwischendrin, klein und schlecht erkennbar, steht noch „gegen Panikmache“.
Schwerdt ist Direktkandidat der Basisdemokratischen Partei Deutschlands, „die Basis“ genannt. Gegründet wurde sie erst vor gut einem Jahr. Die Partei kämpft für Freiheit und gegen Gewinnmaximierung, wird jedoch in erster Linie als erbitterter Gegner der bundes- und landespolitischen Corona-Bekämpfungsstrategie wahrgenommen.
Lange in der CDU
Der gelernte Zeitungsredakteur Schwerdt hat eine intensive CDU-Vita hinter sich, arbeitete als Pressereferent „bei drei Landräten, zweimal CDU, einmal SPD“ und war selbst Ortsbürgermeister von Dirmstein. Heute ist er Fachbereichsleiter bei der Volkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises.
„Meine Mutter“, sagt Jürgen Schwerdt, „ist zu Tode geschützt worden.“ Schwerdt hat die Fähigkeit, unvermittelt harte, möglicherweise befremdende Dinge mit großer Freundlichkeit auszusprechen, sodass nicht zwingend der Verdacht aufkommt, er wolle militant provozieren. Er vermittelt, inmitten eines von Bücherwänden geprägten Wohnzimmers, auch keineswegs den Eindruck, nur Vorgestanztes nachzubeten oder gar wild zu fabulieren. Mit seiner 93-jährigen Mutter sei es nach einem Schlaganfall massiv bergab gegangen, nachdem in ihrem Pflegeheim wegen Corona eine Besuchssperre verhängt worden sei. Die Corona-Bekämpfungspolitik der Regierenden ruiniere das Land gesellschaftlich und wirtschaftlich, „da wird der Deiwel Corona mit dem Beelzebub Entmündigung ausgetrieben“. Das sei für ihn elf Jahre nach seinem CDU-Austritt entscheidendes Motiv gewesen, in „die Basis“ einzutreten.
Ein Geschäft?
Er sei niemand, betont Schwerdt, der es allen recht machen wolle. Allerdings: In diesen Verdacht gerät er auch nicht. Es ist eher umgekehrt, er wirkt manchmal wie jemand, der es möglichst vielen ganz entschieden gerade nicht recht machen will. Jedoch klingt das, zumindest, wenn er es live formuliert, nicht verbissen, sondern freundlich. Er wolle „aufmerksam machen“, betont er, akzeptiere es, wenn andere anders abwägen würden als er, er bezieht sich auf Studien, die es gebe. „Ich bestreite nicht, dass es diese schwere Krankheit gibt, bin aber skeptisch, ob es eine Pandemie ist, wir hatten keine Übersterblichkeit.“
Das Impfen werde vermutlich deshalb forciert, weil es ein Riesengeschäft sei. „Sind Sie geimpft?“ Er antwortet: „Ja.“ Pause. „Gegen Wundstarrkrampf.“ Und Corona? „Ich lass’ mir doch keinen experimentellen Impfstoff einverleiben“, sagt er – und lächelt freundlich.
Die Serie
Zehn Kandidaten bewerben sich im Wahlkreis Neustadt-Speyer, der neben den beiden kreisfreien Städten den Kreis Bad Dürkheim und Teile des Rhein-Pfalz-Kreises umfasst, um das Direktmandat bei der Bundestagswahl am 26. September. Die RHEINPFALZ stellt sie vor.